Bonbonmanufaktur

Eine süße Handwerkskunst

Eine der wenigen Bonbonmanufakturen Deutschlands gibt es jetzt im Magdeburger Hundertwasserhaus. Elke Freiberg beherrscht diese Kunst.

Von Stefan Harter

Magdeburg l In den 1970er Jahren wurde der Beruf des Bonbonmachers von der Handwerksrolle gestrichen, erzählt Elke Freiberg. Wie also wird man eine der wenigen Bonbonmacherinnen im Land? Sie belegte bei einer Augsburger Manufaktur ein Praktikum, um das Handwerk zu erlernen. Vorher hat sie Keramik gestaltet, weil "man damit aber verhungert", wie sie sagt, suchte sie nach etwas anderem Handwerklichen. Die Wahl fiel auf die wohl süßeste aller Professionen.

Seit März macht sie nun in einem kleinen Lädchen im Hundertwasserhaus Bonbons und Lutscher und lässt dabei jeden zusehen und auf Anfrage auch mitmachen. Bei den aktuell hohen Temperaturen jedoch eher wenig, weil die Hitze nicht gut für die Zuckermasse ist. Die kocht sie in einem Kupfertopf bei 160 Grad Celsius auf, um sie dann zu formen. Aber Vorsicht, nicht ohne Schutz berühren: Die klebrige Masse ist nicht nur heiß, sondern geht auch kaum wieder ab. Beim Geschmack setzt sie auf natürliche Aromen.

Dass die Frankfurterin in Magdeburg ihre Manufaktur eröffnet hat, liegt zum einen am Hundertwasserhaus, "weil es dazu passt". Zum anderen ist hier die Geburtsstadt ihres Vaters. Der war auch Inspiration für den Ladennamen. "Er hat früher immer gesagt \'Gib mir mal ein Bolchen`", erklärt sie.

Wer ein selbst gemachtes Bolchen probieren will: Beim Kaiser-Otto-Fest wird sie sie aus dem Bauchladen anbieten.