Magdeburg l Gerüchte hatte es schon längere Zeit gegeben, nun ist offiziell: Auf dem Grundstück an der Halberstädter Chaussee in Magdeburg-Ottersleben, auf dem sich neben einem Pennymarkt auch ein Döner-Bistro und ein Getränkemarkt befinden, möchte Rewe einen neuen Nahversorger bauen. Die Pläne hat Projektplaner Friedmar Thiele im Rahmen der Sitzung des Vereines Bürger für Ottersleben vorgestellt und ist auf durchaus positive Resonanz gestoßen.

Die größte Sorge der Ottersleber betrifft den Verkehr auf der Halberstädter Chaussee. Denn da im unmittelbaren Umfeld auch neue Wohngebiete erschlossen werden, erwarten sie eine starke Zunahme des Verkehrs auf der Halberstädter Chaussee. Doch dieses Problem werde Rewe nicht lösen können, machte Friedmar Thiele klar. Es werde aber ein Gutachten erstellt, für das das Verkehrsaufkommen simuliert werde. „Der Empfehlung dieses Gutachtens werden wir folgen“, versprach Thiele.

Zweite Sorge betrifft die Bestandsmieter auf dem Grundstück: Zum einen ist dies ein Döner-Bistro, zum anderen ein Getränkemarkt, die aus Sicht der Ottersleber unbedingt erhalten bleiben sollten. Das sei jedoch nicht vorgesehen. Aus der Erfahrung heraus wisse Thiele aber, „dass sich bislang immer ein Ausweichstandort gefunden hat“.

Parkplatz mit 106 Stellflächen

Für die Zufahrt muss ein Baum gefällt werden. Dafür würden aber zwei neue Bäume nachgepflanzt. Die übrigen Bäume sollen stehen bleiben. Der Parkplatz mit 106  Stellplätzen sei entsprechend geplant worden.

Die Anlieferung erfolge während der zulässigen Zeiten – in der Regel ab 7  Uhr und nicht nach 20 Uhr, wie Sandy Hiemann als Expansionsmanagerin vor Ort informierte. Vorgegebene Lärmgrenzen würden eingehalten, so dass es in dieser Hinsicht keine Beschwerden geben dürfte. Eine Nachtanlieferung gebe es schon lange nicht mehr.

Die Planungen für das mehr als 5 Millionen Euro große Investitionsvorhaben befinden sich derzeit noch in einem sehr frühen Stadium. Ziel sei, noch in diesem Jahr einen Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan zu bekommen. Dieser muss von der Stadt erteilt werden. Im nächsten Jahr soll dann konkret geplant und im übernächsten Jahr gebaut werden. „Wir hoffen auf einen Verkaufsstart im Jahr 2023“, sagt Friedmar Thiele.

Begrünte Dachflächen

Der Bau erfolgt nach einem umweltfreundlichen Konzept: Dachflächen werden zum Teil begrünt und zu einem anderen Teil mit Solarzellen versehen, Regenwasser wird für die Toilettenspülung im Markt und für die Reinigung des Marktes verwendet, durch Tageslicht soll Energie gespart werden, verbaut wird auch Holz.

Dass Rewe auf dem Grundstück überhaupt zwei Neubauten errichten möchte, hängt mit dem vorhandenen Gebäude zusammen. Dieses sei nicht mehr zeitgemäß: Baumängel, Energieverbrauch, Warenpräsentation – im vorhandenen Markt könnten Kundenkonzepte nicht umgesetzt werden.

Ottersleber stehen Projekt offen gegenüber

Der Rewe-Markt soll eine Verkaufsfläche von 1950  Quadratmetern haben, der neue Penny-Markt 799 Quadratmeter. Der derzeit vorhandene Penny-Markt hat eine Verkaufsfläche von 758  Quadratmetern.

Insgesamt reagierten die anwesenden Ottersleber positiv auf das Vorhaben. „Es ist das beste Projekt seit Jahren, dass hier geplant ist“, sagte einer der Anwesenden. Die Anregungen, die aus der Runde der Vereinsmitglieder kamen, will der Planer aufnehmen, um sie gegebenenfalls schon in die Planung einfließen zu lassen.

Die Bürger und andere Anlieger haben im Rahmen des Planungsverfahrens dann noch einmal die Gelegenheit, Stellung zu den Plänen zu nehmen, die dann von der Stadtverwaltung und dem Stadtrat betrachtet und abgewogen werden müssen.