Magdeburg l Seit fast drei Jahren ist die Gefahr am Schleinufer in Magdeburg bekannt. Damals hatten Statiker dem Wohnhaus den baldigen Einsturz vorausgesagt. Die Stadt Magdeburg hatte daraufhin eine Spur der vielbefahrenen Straße gesperrt und das Haus notdürftig abgesichert. Weil der Eigentümer aber nicht reagierte, kam im Dezember 2015 ein aufwendiges Metallgerüst zum Einsatz, das seitdem das Gebäude vor dem Einsturz bewahrte.

Nun wird es ab 24. Mai 2018 ganz abgerissen, wie die Stadtverwaltung mitteilt. Hintergrund für den unverzüglichen Abriss sei das Ergebnis des jüngsten Gutachtens eines Prüfingenieurs für Standsicherheit. Demnach habe sich der bauliche Zustand des Hauses in den vergangenen Jahren immer weiter verschlechtert, weil der Grundstückseigentümer seine zunächst geplanten Sanierungsmaßnahmen nicht umgesetzt hat.

Kosten für Abriss zahlt Eigentümer

Sowohl die Notsicherung ab August 2015, das Sicherungsgerüst ab Dezember 2015 sowie der jetzt durchgeführte Abriss werden als sogenannte Ersatzvornahme durchgeführt. Das heißt, die Stadt ist Auftraggeberin der Maßnahmen und stellt die entstandenen Kosten dem Grundstückseigentümer in Rechnung. Inwieweit dieser der Zahlungsaufforderung nachkommt, ist offen.

Für die Abrissmaßnahmen ist das Schleinufer in Fahrtrichtung Schönebecker Straße ab 8 Uhr in Höhe der Hausnummer 22 für voraussichtlich vier Wochen nur einspurig befahrbar. Auch der Gehweg und der Parkstreifen vor dem Gebäude werden gesperrt. Der Fußgänger- und Fahrradverkehr wird stadtauswärts im betroffenen Bereich über einen Notweg geleitet. An insgesamt vier Tagen müssen Fußgänger die gegenüberliegende Straßenseite und Radfahrer den Elberadweg nutzen.

Kein Denkmalschutz für Magdeburger Haus

Das betroffene Haus steht nicht unter Denkmalschutz, anders als die direkten Nachbarhäuser Schleinufer 21 und 23, die beide im Denkmalschutzverzeichnis aufgeführt sind.