Magdeburg l DIP – Deutsche Immobilien-Partner ist ein Branchenverband selbstständiger Immobiliendienstleister, in dem auch das in Magdeburg vertretene Unternehmen Aengevelt vertreten ist. Der Verband hat die Entwicklung der Einzelhandelsflächen analysiert.

Deutschlandweit seien 2018 rund 252 Milliarden Euro umgesetzt worden. Der seit 2010 ununterbrochen expandierende Einzelhandelsmarkt habe damit erneut um 2,3 Prozent zugelegt. Die Entwicklung werde unter anderem von einer positiven Einkommensentwicklung der Privathaushalte bei niedriger Sparquote und einer weiterhin sehr niedrigen Arbeitslosigkeit getragen.

Hochkonjunktur flacht ab

Ungeachtet dessen verdichteten sich aber die Anzeichen, dass die Phase der Hochkonjunktur in Deutschland abflacht. In den großen Metropolen geht das damit einher, dass Spitzenmieten für den Einzelhandel sinken. Und auch in Magdeburg war kein weiterer Aufwärtstrend zu verzeichnen: In der Untersuchung wurde ermittelt, dass in der Landeshauptstadt für Spitzenmieten weiterhin 68 Euro pro Quadratmeter fällig würden.

Damit ist Magdeburg immer noch weit entfernt von den Preisen der größeren Städte: In München, Berlin und Frankfurt werden mehr als 300 Euro pro Quadratmeter verlangt, in Hamburg und Düsseldorf 290 Euro pro Quadratmeter und in Köln und Stuttgart 260 Euro pro Quadratmeter.

Deutschland bleibe ungeachtet einer Konjunkturabschwächung weiter auf wirtschaftlichem Expansionskurs – und damit der wichtigste Einzelhandelsmarkt in Europa. Zu erkennen sei das auch daran, dass internationale Ketten versuchen, sich an den wichtigsten Standorten zu verstärken.

Mehr Gastronomie in Magdeburg

Auf der anderen Seite habe es aber auch eine Zunahme an gastronomischen Angeboten gegeben. Gerade diese Entwicklung war in Magdeburg wie in den Jahren zuvor bereits an der Eröffnung neuer gastronomischer Angebote in der Innenstadt von Magdeburg zu erkennen.

Jean Schlößner ist in der Magdeburger Aengevelt-Niederlassung Expertin für Einzelhandelsimmobilien. Sie sagt: „In Magdeburg ist dabei nach wie vor das Allee-Center mit weitem Abstand die Immobilie mit Einzelhandelsflächen, an der die höchsten Mieten gezahlt werden.“

Margaret Stange-Gläsener ist Center-Managerin des Allee-Centers und möchte die Zahlen nicht kommentieren. Sie sagt aber: „Im vergangenen Jahr haben wir einiges in unserem Haus umgestaltet. Ich sehe uns auf einem guten Weg.“

Niedrige Mieten bieten Chancen

Mit der Fertigstellung des Blauen Bocks, in dem es neben den Räumen der Städtischen Werke Magdeburg in den oberen Stockwerken im Erdgeschoss Ladenlokale geben wird, dürfte ein weiterer Standort mit Spitzenmieten in der sachsen-anhaltischen Landeshauptstadt entstehen. Zwar dürften die im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten moderaten Mieten für Einzelhandelsflächen in Magdeburg bei Investoren nicht unbedingt zu Begeisterungsstürmen führen. „Niedrigere Preise bieten natürlich aber auch Chancen: Hier kann der Handel neue Konzepte und Ideen ausprobieren, ohne solch hohe Risiken wie in anderen Großstädten eingehen zu müssen“, erläutert Jean Schlößner weiter.

Welche Mieten für den Einzelhandel realistisch sind, hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab. Zum einen muss sich der Einzelhandel überall mit einer zunehmenden Konkurrenz im Internet auseinandersetzen. Auf der anderen Seite spielt aber auch die Kaufkraft eine wichtige Rolle. Dabei geht es nicht allein darum, wie hoch die Kaufkraft in der Stadt selbst ist, sondern auch darum, wie viel Geld die Besucher bereit sind, im Einzelhandel der Stadt auszugeben.