Magdeburg l Baustellen in der Innenstadt und Konkurrenz aus dem Onlinehandel: Der stationäre Handel muss sich an mehreren Fronten behaupten. Die Umfrage der Volksstimme ergab nun, dass viele Händler Weihnachten 2019 durchaus positiv in Erinnerung behalten werden.

Schwer hatten es in den vergangenen Jahren nicht zuletzt die traditionsreichen Geschäftsstraßen in den Stadtteilen. Wenn die Baustellen aber erst einmal weg sind, scheint hier das Geschäft zu laufen. Michael Hoffmann ist Geschäftsstraßenmanager in Sudenburg und berichtet nach den Gesprächen bei den Unternehmern und Geschäftsleuten von einem „eher positiven Weihnachtsgeschäft“. Auffällig sei, dass zunehmend nach individuellen Geschenken gefragt werde. Und auch Service und Dienstleistungen werden für die Kunden immer wichtiger.

Aktionen in den Geschäften

Mit Aktionen gelinge es, die Aufmerksamkeit der Menschen zu gewinnen: „Die fantastische Weihnachtsbeleuchtung unserer Halber und auch ,Sudenburg rollt den roten Teppich aus‘ wurden begeistert aufgenommen. Auch die ergänzende Aktion ,das Wunder der Halber‘, zu der der Weihnachtsmann in vielen Geschäften fast täglich Station gemacht hat, hat gewirkt“, so Michael Hoffmann.

Wichtig sei für die Zukunft, dass der öffentliche Raum zum „Flanieren mit Einkaufen“ einlade. Eines nennt er, an dem auch jeder Einzelne mitwirken kann: „Es würde mich freuen, wenn jeder noch mehr Wert auf Sauberkeit vor seinem Geschäft, Café, Einrichtung legt“, so Michael Hoffmann.

Zu Weihnachten wird in der Stadt eingekauft

Toni Pérez Morell ist Center- Manager im Florapark. Er sagt: „Besonders beliebt waren im Florapark dieses Jahr wieder Geschenkgutscheine, Kosmetik, Spielwaren, Schmuck, Bücher und Unterhaltungselektronik.“ Die Zahl der Besucher sei im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen und lag im Bereich der Erwartungen. Dennoch: Ein Mehr an Besuchern wäre ausdrücklich wünschenswert gewesen.

Auch wenn dies nicht für alle Bereiche gesagt werden könne – eine allgemeine Beobachtung zum Durchschnittskunden sei auffällig gewesen: „Die Kunden haben weniger gekauft. Doch die, die gekauft haben, haben durchschnittlich mehr Geld ausgegeben“, so Toni Pérez Morell.

Besonders positiv wahrgenommen und gelobt worden seien die festliche Dekoration und die Weihnachtsstimmung im Florapark.

Innenstadt mit Strahlkraft

Positiv auch die Stimmung in vielen Geschäften in der Magdeburger Innenstadt nach dem Weihnachtsfest. Innenstadt-Sprecher Arno Frommhagen: „Egal, ob Gastronomie, Hotellerie oder Einzelhandel – niemand bläst Trübsal. Ganz im Gegenteil.“ Die Umsätze liegen nahezu in allen Branchen über denen vom letzten Weihnachtsgeschäft. Während über das Jahr gesehen der rasant wachsende Onlinehandel dem stationären Einzelhandel das Leben schwer macht – in der Vorweihnachtszeit hält die Spitzenposition des Traditionshandels. Dazu habe, so Frommhagen, die enorme Strahlkraft der „Magdeburger Lichterwelten“ entscheidend beigetragen: „Sie hat der Elbestadt einen lange nicht gekannten Ansturm an auswärtigen Besuchern beschert, die entweder noch nie oder eben sehr lange nicht hier waren.“

Auch der Magdeburger Weihnachtsmarkt habe von dem großen Interesse an den Lichterwelten profitiert. Ebenso angenehm positiv wurden auch die beiden kleineren Weihnachtsmärkte in der Innenstadt angenommen – der „Winterzauber“ am Hundertwasserhaus und das „Winterwunderland“ am City Carré. Frommhagen: „Das Dreigestirn ergänzt sich hervorragend und belebt in einzigartiger Weise unsere City.“

Viele Gäste zum Einkauf in Magdeburg

Petra Kann, Managerin des Allee-Centers Magdeburg, hört von den 150 Mietpartnern ihres Hauses ebenfalls nur Positives: „Alle sagen mir, dass sie deutlich mehr Kundschaft von auswärts begrüßen durften. Darüber hinaus haben wir eine deutlich längere Aufenthaltsdauer im Parkhaus registriert.“ Im Vergleich zum Weihnachtsgeschäft 2018 blieben die Besucher durchschnittlich 30 Minuten länger. „Zeit, die sie sehr wahrscheinlich für einen Bummel durch die Stadt genutzt haben“, so Petra Kann.

Die Besucherfrequenzen gingen im Allee-Center deutlich nach oben: „Spitzenreiter war der 21. Dezember, als wir 78 000 Besucher in der Ladenstraße gezählt haben.“ Zu den beiden verkaufsoffenen Sonntagen anlässlich des Weihnachtsmarktes war die Innenstadt sehr gut besucht und sowohl der Weihnachtsmarkt als auch die Händler profitierten von der höheren Frequenz.

Segen für den Handel

Für die Gewerbetreibenden der Innenstadt waren die beiden starken Wochenenden wahrlich ein Segen in einem eher durchwachsenen Jahr. Das Weihnachtsgeschäft insgesamt habe in den meisten Branchen Umsatzgewinne im Vergleich zu 2018 mit sich gebracht.

Petra Kann: „Besonders beliebt waren Kosmetik, Gutscheine, Bücher, Geschenkartikel, Lebensmittel und Spielwaren. Auch der Modebereich hat sich im Weihnachtsgeschäft sehr gut geschlagen. Ebenso ausgezeichnet lief der Verkauf von Tickets für das Konzertjahr 2020.“