Magdeburg l Mit dem Wassertaxi auf mehreren Stationen von einer zur anderen Flussseite springen, dabei Staus umgehen und die Flusslandschaft genießen. Das funktioniert in anderen Städten. Doch was sich so angenehm und einfach anhört, würde wohl ein teures Vergnügen mit ungewissem Ausgang für die Stadt Magdeburg werden. So jedenfalls lässt sich ein Papier zusammenfassen, das die Stadtverwaltung in Zusammenarbeit mit den Magdeburger Verkehrsbetrieben und der Weißen Flotte erstellt hat.

Als Beispiel für ein Wassertaxi, das bei Touristen und Radfahrern beliebt, dennoch bis heute aber kein Teil des öffentlichen Personennahverkehrs ist, nennt die Verwaltung Potsdam. Andere Schiffsangebote für den täglichen Personenverkehr gibt es mit der Hamburger Hafenfähre, die sogar über sieben Linien verfügt und mit den normalen Fahrscheinen genutzt werden kann. Oder auf dem Bodensee auch als Teil des grenzüberschreitenden Verkehrs.

Schwankender Pegel und fließendes Wasser

Doch in zwei wesentlichen Punkten unterscheidet sich die mittlere Elbe von den genannten Punkten. Zum einen schwankt in Magdeburg der Wasserstand erheblich. Und damit ist es unmöglich, einen gesicherten Linienfahrplan zu etablieren. Ein solcher ist nach Meinung der Magdeburger Weißen Flotte Grundvoraussetzung zum Betrieb eines Wassertaxis.

Zum anderen ist die Elbe eine fließende Binnenwasserstraße mit einer ständig die Uferseite wechselnder Fahrrinne. Das mache es schwierig, den gewünschten Uferbereich zu erreichen. Auch vor diesem Hintergrund müssten in Magdeburg zunächst geeignete Anlegestellen errichtet werden.

Ein paar Anleger fehlen noch

An einigen Stellen könnten Schiffe der Weißen Flotte aber schon heute anlegen. Beispiele sind der Petriförder und der Herrenkrugsteg. Und in Abstimmung mit den Fährzeiten stünde auch der Anleger am Mückenwirt zur Verfügung. In Höhe der Stadthalle gibt es auch einen Anleger, zu dem aber noch ein akzeptabler Weg gebaut werden müsste. Der Anleger am Wissenschaftshafen wird von der Regensburger Schifffahrt betrieben und könnte gegen Bezahlung genutzt werden – ist aber für die Schiffe der Weißen Flotte ungeeignet. Der Elbauenpark ist aufgrund seiner Lage an der nicht schiffbaren Alten Elbe gar nicht zu erreichen. Ebenfalls nicht vorhanden sind geeignete Anleger südlich des Mückenwirts in Buckau, Salbke und Westerhüsen. Neue zu bauen, würde zwischen 50.000 und 250.000 Euro pro Stück kosten, so die Schätzung der Stadt.

Investiert werden müsste auch in geeignete Fahrzeuge. Die für bis zu zehn Personen dürften für 50.000 Euro pro Stück zu haben sein. Wenn bis zu 50 Passagiere transportiert werden sollen, könnte der Anschaffungspreis auch bei 750.000 Euro liegen.

Wassertaxis attraktive Alternative

Der Information aus der Verwaltung war ein Beschluss aus dem Stadtrat vorausgegangen. Die Fraktion Gartenpartei/Tierschutzallianz hatte eine knappe Mehrheit für den Antrag bekommen, die Idee des Wassertaxis für Magdeburg prüfen zu lassen: Unter Nutzung von Fördermitteln ließe sich die Attraktivität auch der Stadtteile an der Elbe steigern. Wassertaxis seien auch eine attraktive Form beim Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs in der Landeshauptstadt Magdeburg.

Zumindest Letzterem haben die Verkehrsbetriebe widersprochen: Sie sehen Wassertaxis nicht als eine für Magdeburg denkbare Ergänzung zu Bus und Bahn.