Magdeburg l Einmal im Jahr darf in Magdeburg ganz offiziell in der Elbe gebadet werden. Rund 50 Besucher nutzten vor zahlreichen Schaulustigen im Laufe des Nachmittags des 14. Juli 2019 die Gelegenheit, beim Elbebadetag unterhalb der Brücke am Wasserfall in Magdeburg in den Fluss zu steigen.

Angeführt wurden die Magdeburger Elbebader von Angela Stephan von der Bürgerinitiative Pro Elbe. Sie sagte: „Seit Jahren kämpfen wir für den Lebensraum Elbe – mit Aktionen wie dem Elbebadetag in Magdeburg wie mit Aktivitäten in Berlin.“ Auch die Bürgerinitiative habe die Pläne zur Entwicklung der Elbe mitgestaltet. Angela Stephan konstatiert: „Mit dem Ergebnis können wir zufrieden sein: Unter anderem konnte verhindert werden, dass in der Elbe Staustufen gebaut werden und der Fluss damit weiter an seiner natürlichen Gestalt verliert.“ Ein weiterer wichtiger Punkt sei, dass der Eintrag von Nährstoffen aus der Landwirtschaft verringert wird.

Schwerpunkt Bodelachs

Jedes Jahr setzten sich die Organisatoren ein Schwerpunktthema. In diesem Jahr war dazu die Interessengemeinschaft Bodelachs zu Gast. Sie wehrt sich gegen den Bau eines Wehrs zur Stromgewinnung in dem Nebenfluss der Elbe: Ein entsprechender Neubau gefährde die Fische im Fluss. Mit Ständen vertreten waren u. a. auch die Gemeinwesenarbeit Ostelbien, der Nabu, Bündnis 90/Die Grünen und die SPD sowie der Verein Bienenweide. Unterstützt wurde die Veranstaltung u. a. auch vom BUND, von der Stadtsparkasse und von den Städtischen Werken Magdeburg sowie von der Stadt selbst.

Abseits des Aktionstags ist das Baden in der Elbe innerhalb des Stadtgebiets übrigens verboten. Schirmherr der Veranstaltung und Ordnungsbeigeordneter Holger Platz sagte aber auf die Frage nach einem dauerhaften Elbeschwimmbad: „Mir ist kein Interessent bekannt, der eine solche Einrichtung betreiben möchte. Die Stadt könnte dies jedenfalls nicht leisten.“ Nicht allein hat diese genügend mit den bestehenden Einrichtungen zu tun. „Es ist so schon schwierig, Rettungsschwimmer zu finden“, berichtete CDU-Kreisvorsitzender Tobias Krull, der auch zu jenen gehörte, die ins Wasser auf der Stadtparkseite der Brücke am Wasserfall stiegen. Das einzige öffentliche Flussschwimmbad in Sachsen-Anhalt ist das Biesebad in Osterburg.