Magdeburg l Sorgenkind Sprungturm: In der Magdeburger Elbeschwimmhalle ist der Zehn-Meter-Sprungturm bereits im vergangenen Jahr gesperrt worden. Die Magdeburger Stadtverwaltung hat inzwischen prüfen lassen, wie viel zumindest die Herrichtung der unteren beiden Bretter in Höhen von einem und drei Metern kosten würde. Das Ergebnis: 22 000 bis 25 000 Euro.

Das wiederum bedeutet, dass eine Ausschreibung erfolgen muss, bei der wiederum mehrere Wochen an Fristen zu beachten sind, so dass nicht einmal bei den unteren beiden Möglichkeiten zum Sprung ins Becken der Elbeschwimmhalle mit einer schnellen Lösung zu rechnen ist. Von den Brettern in Höhen von fünf, 7,5 und zehn Metern war noch nicht einmal die Rede.

Notwendig ist die Sperrung und der Umbau des Sprungturms nicht, weil er bauliche Mängel aufweist. Vielmehr entspricht er nicht mehr den gültigen Sicherheitsstandards. Unter anderem geht es um den Abstand zwischen den Stäben der Geländer und zwischen den Sprossen der Leitern. Sprich: Anders als bei den diversen Schwimmhallenpannen der vergangenen Jahre in Magdeburg handelt es sich hier nicht um einen technischen Defekt.

Von Interesse auch für die Ausbildung

Von Interesse sind Zehn-Meter-Türme nicht allein für den Freizeitsport. Vielmehr hatte die örtliche Deutsche Lebensrettungsgesellschaft Düsseldorf im Jahr 2018 nach einem Unfall davor gewarnt, sich im Schwimmbad zu überschätzen und dazu geraten, als Freizeitschwimmer im Zweifelsfall lieber auf den wagemutigen Sprung zu verzichten. „Es ist dennoch lebensgefährlich, wenn jemand etwa einen Kopfsprung versucht, der nicht routiniert ist“, hatte ein Sprecher gegenüber der Rheinischen Post gesagt.

Bedeutsam sind die Türme vielmehr auch für die Ausbildung zum Beispiel im Rahmen eines Sportstudiums oder für den Leistungssport, bei dem der Zehn-Meter-Turm zu den Spezialitäten des Kunstspringens wie des Synchronspringens zählt – Disziplinen, die zum olympischen Programm gehören, die bislang in Magdeburg aber keine Rolle spielen. Die Elbeschwimmhalle ist Trainings- und Wettkampfort des Bundesleistungszentrums Schwimmen und damit für die Schwimmer des SC Magdeburg von entscheidender Bedeutung.

Unabhängig vom Sprungturm wurde in den vergangenen Jahren immer wieder in die Halle investiert. Unter anderem gab es bereits in der Nachwendezeit eine umfangreiche Sanierung. Neben der Investition in den Sprungturm ist in der Elbeschwimmhalle derzeit die in den für den Leistungssport genutzten Strömungskanal ein wichtiges Thema. Dazu waren für Januar Gespräche zwischen dem Fachbereich Schule und Sport der Magdeburger Stadtverwaltung, Trainern und Fachfirmen angesetzt. Inzwischen sind die Aufträge vergeben, und der Strömungskanal wird vom 1. Juni bis 13. Juli auf Vordermann gebracht.

Nichtschwimmerbecken ab 24. Februar gesperrt

Und es fließt unabhängig von den für den Leistungssport relevanten Anlagen Geld in die Magdeburger Elbeschwimmhalle: Aufgrund von Instandsetzungsarbeiten an der Technik wird das Nichtschwimmerbecken vom 24. Februar bis 11. März nicht nutzbar sein. Genutzt wird das für einige Tage gesperrte Nichtschwimmerbecken auch von Aquakursen.

Die Elbeschwimmhalle wurde ab 1959 nach Plänen des Architekten Roland Korn gebaut. 1962 wurde sie eröffnet. Sie war von landesweiter Bedeutung: Hier schwammen unter anderem in den Jahren 1980, 1984 und 1989 die besten Sportler der DDR um die Meistertitel.