Magdeburg l Eine dritte Elbquerung wird seit einigen Monaten wieder besonders heiß in Magdeburg diskutiert. Dabei geht es aber vorrangig um eine zusätzliche Verbindung für den PKW-Verkehr. Nun bringt SPD-Stadtrat Jens Rösler eine neue Brücke ins Spiel, die nur Fußgängern und Radfahrern vorbehalten sein soll. Diese soll die Fähre „Bernburg“ ersetzen, die von Frühjahr bis Herbst zwischen den Anlegestellen am Buckauer Mückenwirt sowie auf der Stadtparkseite kreuzt.

Die Stadtverwaltung soll nun prüfen, was „eine einfache Stahlseilbrücke oder eine andere günstige Brückenkonstruktion“ kosten würde. Diese könnte ein ganzjährig nutzbarer und wasserstandsunabhängiger Ersatz für das kleine Fährschiff sein. Dieses ist weder im Winter im Einsatz, noch wenn die Elbe Niedrig- oder Hochwasser führt. Ausflügler, aber auch Pendler und Fahrradtouristen haben dann das Nachsehen und weite Wege vor sich, um an das andere Ufer zu gelangen. Fahrradstrecken zwischen Cracau und Buckau oder dem Süden der Stadt könnten durch eine Brücke attraktiver werden.

Zuschussgeschäft

Gleichzeitig soll geschaut werden, was der Weiterbetrieb der Fähre in den kommenden Jahren kosten würde. Da es sich bei der Verbindung um ein „erhebliches“ Zuschussgeschäft handelt, könnte sich der Brückenbau also langfristig auszahlen.

Die traditionsreiche „Bernburg“ sollte dann aber möglichst nicht verschrottet werden, sondern entweder für andere Fahrten genutzt oder schwimmender Teil einer Ausstellung werden.

10 Millionen für Herrenkrugsteg

Zum Vergleich: Der Bau des Herrenkrugstegs hatte vor 20 Jahren zu Buga-Zeiten gut 20,6 Millionen Mark, also etwas über 10 Millionen Euro gekostet. Die kürzere Brücke am Cracauer Wasserfall hatte 1997 5,2 Millionen Mark (2,6 Millionen Euro) gekostet.

Am Donnerstag trifft sich der Stadtrat zum letzten Mal in alter Besetzung vor der Kommunalwahl am 26. Mai.