Magdeburg l Dass es den Magdeburger Lutz Kaufmann für weitere Pinselstriche an verwitterten Inschriften dieses Mal auf den Neustädter Friedhof gezogen hat, war kein Zufall. In einem Leserbrief hatte der Stadtteilchronist der Alten Neustadt Helmut Mittank unter anderem vorgeschlagen, die Inschrift am Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs auf dem Neustädter Friedhof zu erneuern.

Kurze Zeit später, waren die Namen der 24 gefallenen Mitglieder des noch heute existierenden Sportvereins wieder zu lesen. Und auch an die Inschrift zweier Psalmenplatten, die den Eingang des Friedhofs zieren, legte der 72-Jährige Hand bzw. Pinsel an.

Aktiv wurde Lutz Kaufmann jedoch nicht, ohne vorher mit der Friedhofsleiterin Stefanie Warnstedt zu sprechen. Und die war gleich begeistert von der Idee des Magdeburgers und erstaunt, über sein ehrenamtliches Engagement. Bisher hatte Lutz Kaufmann seine Arbeitsmaterialien immer aus eigener Tasche bezahlt. „Die Kosten für die Materialien haben wir übernommen“, berichtet Stefanie Warnstedt. Lutz Kaufmann und seine Frau Ursula, die ihren Mann bei seinen Einsätzen nicht nur begleitet, sondern motiviert weiterzumachen, freut das.

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Sänger sammelten für Gedenkstein

Sein ganzes Können zeigte Lutz Kaufmann bei der Erneuerung der Inschrift am Gedenkstein des Komponisten und Chorleiters Werner Nolopp. „Gerade die feinen Linien der Noten waren schwierig“, erklärt er. Werner Nolopp (1835 - 1903) war bekannt für seine humorige und originelle Art. Geboren in Stendal, lebte er zuletzt in der Magdeburger Neustadt – in ärmlichen Verhältnissen. Die Idee, für einen Gedenkstein zu sammeln, stammte vom „Magdeburger Männer-Chor“. Nach einem Liederabend mit 600 Sängern im Kristallpalast im Dezember 1905 wurde der Stein am 1. Juli 1906 eingeweiht. Erneuert hat Lutz Kaufmann allerdings nicht nur die Inschriften am Denkmal, sondern auch das steinerne Portrait des Komponisten. Jetzt erstrahlt es wieder in Altweiß mit goldenen Akzenten.

Für sein Engagement gab es von Friedhofsleiterin Stefanie Warnstedt nicht nur Worte des Dankes, sondern auch ein Alpenveilchen im Topf. „Da wird sich meine Frau bestimmt auch freuen“, sagt er und verrät, dass er schon ein Auge auf weitere Inschriften geworfen hat – nicht nur auf dem Neustädter Friedhof.