Gartenbau

Erinnerungen an Magdeburger Blumenuhr sind gefragt

Eine alte Postkarte zeigt eine Blumenuhr, die eine Magdeburger Gartenbaufirma angelegt hat. In anderen Städten sind diese speziell gestalteten Beete beliebte Fotomotive.

Von Stefan Harter
Die Blumenuhr in Wernigerode. Auch in Magdeburg gab es früher eine solche Uhr.
Die Blumenuhr in Wernigerode. Auch in Magdeburg gab es früher eine solche Uhr. Foto: dpa

Magdeburg - „Wäre das nicht eine hübsche Idee für Erwachsene und Kinder zur Realisierung für den Stadtgartenbetrieb?“, schreibt Rolf Frommhagen zu der alten Postkarte, die er an die Volksstimme-Redaktion geschickt hat. Darauf zu sehen ist die Blumenuhr von Magdeburg, wie es auf der Vorderseite der Karte vermerkt ist. „Das Zifferblatt ist ein Teppich aus 3000 Pflanzen“ ist dort noch zu lesen und dass die Gartenzwerge im Türmchen per Glockenschlag die volle Stunde verkünden.

Die Karte stammt offenbar aus den 1930er Jahren und wurde damals im Selbstverlag von dem Gartenbaubetrieb A. Albert herausgegeben, mutmaßlich um für das eigene gärtnerische Können zu werben. Das Unternehmen hatte seinen Sitz im Lorenzwerg und betrieb zwei Blumengeschäfte in der Lüneburger und Lübecker Straße.

Erinnerungen sind gefragt

Nach der Inschrift auf der Rückseite könnte die Blumenuhr auf dem Betriebsgelände am Lorenzweg 36 gestanden haben. Eindeutig ist es jedoch nicht. „Ob sich noch jemand daran erinnern kann?“, fragt sich Volksstimme-Leser Rolf Frommhagen und hofft, dass es unter den älteren Lesern noch jemand gibt, der die Blumenuhr von Magdeburg kennt.

In anderen Städten sind Blumenuhren in der Tat beliebte Fotomotive. So gibt es seit den 1970er Jahren in der Wernigeröder Altstadt ein Exemplar, das sich großer Beliebtheit erfreut. Als die Uhr vor einigen Jahren aufgrund einer geplanten Umgestaltung des Areals verschwinden sollte, protestierten die Wernigeröder erfolgreich dagegen.

Bernburg hat Uhr seit 1938

Gleichermaßen bekannt ist die Blumenuhr in Bernburg. Diese konnte vor wenigen Jahren bereits ihren 80. Geburtstag feiern und stammt somit aus dem gleichen Zeitraum wie die Magdeburger Blumenuhr. Sie wurde 1938 anlässlich der 800-Jahr-Feier der Stadt Bernburg vor dem Rathaus eingeweiht. Ihr Ziffernblatt wird jedes Frühjahr neu bepflanzt.

Bei diesen Beispielen handelt es sich lediglich um Zierbeete, die durch eine mechanische Uhr ergänzt werden. Doch ursprünglich bezog sich der Begriff Blumenuhr auf eine Idee des schwedischen Naturforschers Carl von Linné. Er hatte bei seinen Forschungen beobachtet, dass verschiedene Pflanzenarten zu unterschiedlichen Tageszeiten ihre Blüten öffnen. Also pflanzte er diese in der entsprechenden Reihenfolge in einem Kreis an und konnte anhand der geöffneten Blüten die Uhrzeit bestimmen – angeblich bis auf fünf Minuten genau. Die erste Blumenuhr legte er 1745 in Uppsala an.

Wer Hinweise zur Magdeburger Blumenuhr hat, kann diese per E-Mail an stefan.harter@volksstimme.de senden.