Magdeburg l Es passt irgendwie in das Bild: Lange haben Stadt und Investitionsbank (IB) um Fördermittel für den Ersatzneubau des Funktionsgebäudes auf dem Sportgelände Seilerwiesen gerungen – zu unterschiedlich waren die Auffassungen darüber, ob der Bau aus Hochwasserschutzgründen auf Stelzen gestellt wird oder eben nicht. Diese Verzögerungen spiegeln sich auch in den Bauarbeiten wieder. Denn das neue Haus mit integrierter Sportgaststätte wird entgegen der Planung der Stadt in diesem Jahr nicht fertiggestellt. Die Gründe dafür sind vielfältig. Nach Kenntnisstand des zuständigen Fachbereichs Schule und Sport kam es laut Stadtsprecherin Kerstin Kinszorra „zu Verzögerungen durch veränderte Lieferfristen der Zuliefererbetriebe“. Somit sei die „per se schon intensive Auftragslage der Firmen noch mehr in Bedrängnis“ geraten.

Ein weiterer Grund sei das sehr heiße und trockene Wetter in den Sommermonaten. Kerstin Kinszorra: „Bestimmte Arbeiten der Gewerke Fassaden- und Dachbau konnten aufgrund der Hitze nicht im geplanten Zeitraum durchgeführt werden. Dies bedeutete natürlich eine Verschiebung für andere Gewerke, die von diesen Arbeitsschritten abhängig waren.“ Mit der Fertigstellung des Baus, in den 1,9 Millionen Euro investiert werden, wird nun im ersten Quartal des neuen Jahrs gerechnet.

Kult-Pächter bleibt vor Ort

Dann soll auch Ronald Blom, Betreiber der stadtweit bekannten Sportgaststätte „Seilerwiesen“, wieder an seine alte Wirkungsstätte zurückkehren. Blom hatte nach dem Hochwasser vor fünf Jahren seinen Pachtvertrag um zehn Jahre verlängert, obwohl abzusehen war, dass die Wassermassen dem maroden Bau buchstäblich den Rest gaben. Er wollte ein Zeichen setzen, dass er an den Wiederaufbau des damaligen Flachbaus glaubte und der Stadt signalisieren, dass sie mit ihm weiterhin rechnen könne. Als klar wurde, dass der zur Verfügung stehende Raum von ehemals 96 auf künftig 65 Quadratmeter schrumpfen würde, die Pacht aber in etwa gleich bleiben sollte, führte das zu Irritationen. Diese seien laut Blom ausgeräumt, er habe sich mit der Stadt auf eine weitere Zusammenarbeit verständigt. Mehr noch: Preislich sei man ihm entgegengekommen, so Blom, der seit 1995 die Sportgaststätte betreibt und als gute Seele des Sportareals gilt. Offen sei noch, in welcher Form die Einrichtung künftig betrieben wird. „Ich eröffne zunächst als Sportgaststätte und habe die Option, das Angebot auf einen regulären Gastronomiebetrieb zu erweitern“, so Blom. Dies ist von der Größe und Ausstattung der Küche abhängig.

Bereits am 31. Dezember wird der Gastronom auf dem Sportgelände nahe des Adolf-Mittag-Sees wieder im Einsatz sein, wenn der Startschuss für den 43. Silvesterlauf fällt. Dessen Organisatoren, die Mitglieder der Magdeburger Laufkultur (MLK) 08, stellt die verspätete Fertigstellung des neuen Funktionsgebäudes vor eine logistische Herausforderung, so Heiko Björn von der MLK. Wie im Vorjahr müsse eine Lösung gefunden werden, am Lauftag die Startnummernausgabe zu organisieren und den Teilnehmern eine Umkleide- und Aufenthaltsmöglichkeit zu bieten. Dafür ist die MLK, die zu den an den Seilerwiesen beheimateten Sportvereinen zählt, auf Unterstützer angewiesen. Gespräche mit dem BMW-Autohaus Schubert, das 2017 kurzfristig mit einem Großraumzelt aushalf, laufen bereits, so Björn.

Den Silvesterlauf im Blick

Aus Sicht der Stadt könne die Laufveranstaltung wie bei der 42. Ausgabe im Vorjahr organisiert werden, so Kerstin Kinszorra, was Planungssicherheit geben sollte. Das heißt, dass der MLK das Sportgelände zur Verfügung gestellt und der Zugang am Baustellenbereich ermöglicht wird, über den die Teilnehmer das Ziel erreichen. Aktuell sind zwar erst 121 der 1.000 verfügbaren Startplätze für den Kinder- sowie Fünf- und Zehn-Kilometer-Lauf vergeben. Dies sei allerdings nicht ungewöhnlich, „denn die Hauptanmeldezeit ist im Dezember“, klärt Björn auf.

Der Silvesterlauf ist die älteste Laufveranstaltung in der Landeshauptstadt und ist das Finale der Magdeburger Stadtrangliste. Das ist ein Wettbewerb für Freizeitläufer, der alle Volksläufe der Stadt umfasst.

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