Alter Fruchthof

Erst der Parkplatz, dann die Häuser

Zwar wird zunächst ein Parkplatz anstelle des alten Fruchthofs gebaut. Doch das nicht auf ewig: Die Wobau plant mittelfristig auch hier neue Häuser.

Von Martin Rieß

Magdeburg l Der Fruchthof im Herzen der Altstadt ist Geschichte: In den vergangenen Wochen haben Bagger die zum Ende der DDR gebaute Verkaufseinrichtung in einen Schutthaufen verwandelt, der nach und nach abgetragen wird. Wie die Volksstimme berichtete, soll hier ein Parkplatz entstehen. Eigentümer des Geländes ist die kommunale Wohnungsbaugesellschaft Magdeburg. Deren Geschäftsführer Heinrich Sonsalla sagt: „Das ist aber nur eine Zwischenlösung – Befürchtungen, dass hier eine unbelebte Brache entsteht, sind also völlig unbegründet.“ In den kommenden Jahren werde auch für diesen Bereich auf der Rückseite der Bebauung an der Krügerbrücke und der Himmelreichstraße ein Konzept zur städtebaulichen Verdichtung entwickelt. Sprich: Auch hier sollen künftig Häuser die bestehenden Lücken schließen. Ähnlich ist dies in den vergangenen Jahren im Bereich der Bärstraße zwischen Goldschmiedebrücke und Regierungsstraße gelungen. Hier haben sich eine Reihe von Einzelhändlern angesiedelt, so dass hier zumindest tagsüber ein attraktives Ziel für die Magdeburger und die Besucher der Stadt entstanden ist.

Was den Bereich des ehemaligen Fruchthofes angeht, ist von drei bis vier Jahren die Rede, in denen hier ein Parkplatz das Bild bestimmen wird. Bis dahin hat die Wobau alle Hände zu tun mit Planung und Bau ihres neuen Sitzes in der alten Staatsbank und mit der Neubebauung ihrer Anteile am neuen Domviertel zwischen Danzstraße und Keplerstraße und zwischen Breitem Weg und Leibnizstraße.

„Aussagen dazu, was genau zwischen Leiterstraße und Krügerbrücke im Bereich der bestehenden Bebauung entstehen könnte, können jetzt noch nicht getroffen werden – es müssen jetzt erstmal einige Vermietungsgespräche geführt werden“, stellt Wobau-Prokurist Peter Lackner klar.

Der Fruchthof war Ende der 1980er Jahre am Rande der ebenfalls zu dieser Zeit errichteten Leiterstraße gebaut worden. Hier sollte das zuweilen in Auswahl und Menge knappe Angebot an Obst und Gemüse an die Bürger der DDR gebracht werden. Kurz nachdem der Fruchthof aber die Rolle des einstigen Obst- und Gemüsemarktes zwischen Kantstraße und der damaligen Wilhelm-Pieck-Allee (heute Ernst-Reuter-Allee) übernommen hatte, war die Wende 1990 gekommen. Damit war auch die Existenz einer speziellen HO-Einrichtung für Obst und Gemüse nicht mehr erforderlich, da doch plötzlich in allen Kaufhallen und in den neuen Supermärkten ein bis dahin ungewohntes Angebot an Früchten den Kunden unterbreitet wurde. Weder die spätere Spar-Kaufhalle, noch Versuche, hier Wellness und Fitness oder einen Getränkeshop zu etablieren, hatten bei Wobau oder den jeweiligen Betreibern zu zufriedenstellenden Ergebnissen geführt, so dass jetzt die Entscheidung zum Abriss und Neuanfang fällig war.