Krisengipfel und Ausweichangebote für gekündigte Bürgerbibliothek und ihre 40000 Bücher

Erstmals Hoffnung für "Lesezeichen"-Verbleib in Salbke

Von Rainer Schweingel

Sudenburg/Salbke. Für einen Verbleib des von der Kündigung bedrohten "Lesezeichens" in Salbke sind die Chancen gestiegen. Das ist das Ergebnis eines nicht öffentlichen Krisengipfels, zu dem die Wohnungsbaugesellschaft Wobau gestern Vertreter des Bürgervereins Salbke (Träger) in die Wobau-Geschäftsführung nach Sudenburg eingeladen hatte.

Anlass war die Kündigung der Bürgerbibliothek "Lesezeichen" durch den neuen Vermieter, der das Haus zum 1. Juli von der Wobau erworben hatte.

Nach Angaben eines Wobau-Sprechers hatte es am Vormittag zunächst eine Zusammenkunft zwischen der Wobau und dem neuen Eigentümer, einem Geschäftsmann aus Magdeburg, gegeben. Dabei sei die Lage diskutiert worden.

Über die Wobau ließ der neue Eigentümer ausrichten, dass er bereit sei und es wünsche, auch weiterhin mit dem "Lesezeichen" zusammenzuarbeiten beziehungsweise mit dem Trägerverein einen neuen Mietvertrag abzuschließen. Konkrete Bedingungen wurden nicht genannt.

Das Ergebnis des Vormittagsgespräches wurde dann Stunden später in die Runde mit den Vertretern des Bürgervereins Salbke getragen, an der der neue Eigentümer nicht teilnahm. In der Diskussion haben dann aber Wobau-Geschäftsführer Heinrich Sonsalla und Prokurist Konstantinos Apostolopoulos dem Verein zugesagt, ihn weiterhin bei einer Lösung zu unterstützen. Teil davon sei die Einberufung eines weiteren Termins noch in dieser Woche, an dem Wobau, neuer Eigentümer und Bürgerverein eine mögliche Zusammenarbeit besprechen sollen.

Bürgervereins-Vorsitzender Rainer Mann sagte der Volksstimme nach dem Gipfel, dass über das weitere Vorgehen noch nicht entschieden sei. "Wir werden uns das Angebot des neuen Eigentümers anhören und dann die weiteren Schritte festlegen." Ausgeschlossen sei eine Lösung außerhalb des Stadtteils Salbke. Die "Lesezeichen"-Bibliothek und das Freiluft-"Lesezeichen" gehörten untrennbar zusammen, so Mann. Deshalb komme für den Fall eines Auszuges nur ein neuer Standort im Umkreis von rund 500 Metern von der jetzigen Lage in Frage.

Nach Angaben von Rainer Mann habe es nach dem Volksstimme-Bericht mehrere Ausweichangebote aus Salbke gegeben. Derzeit sei der Verein gerade dabei, diese Angebote zu prüfen. Darunter falle dann auch das des neuen Eigentümers. Danach werde dann entschieden.