Kita

Erzieher entwickeln mit Magdeburger Puppentheater das Stück Der Traum vom Fliegen

Was macht man, wenn die Kita nicht ins Puppentheater darf und das Puppentheater nicht in die Kita? Das Team der Kindertagesstätte Wolkenschäfchen hat selbst ein Stück einstudiert – unter fachkundiger Anleitung per Videokonferenz.

Von Christina Bendigs
Das Team der Kita Wolkenschäfchen im Herrenkrug hat ein eigenes Theaterstück für die Kinder einstudiert. Angeleitet wurden sie von Theaterpädagogin Marlen Geißler vom Magdeburger Puppentheater.
Das Team der Kita Wolkenschäfchen im Herrenkrug hat ein eigenes Theaterstück für die Kinder einstudiert. Angeleitet wurden sie von Theaterpädagogin Marlen Geißler vom Magdeburger Puppentheater. Foto: Christina Bendigs

Magdeburg - Eine Elfe, die sich nichts sehnlicher wünscht als Flügel zum Fliegen, ein verrücktes Eichhörnchen als Freund, eine putzwütige Hexe und jede Menge andere liebevolle Charaktere: Die Mitarbeiter der Kita Wolkenschäfchen haben während der Corona-Pandemie selbst ein Stück für Kinder entwickelt. Es heißt „Der Traum vom Fliegen“ und sorgte für Begeisterungsstürme bei den jungen Zuschauern des Naturkindergartens im Herrenkrug.

Die Idee wurde geboren, weil Kita-Leiterin Andrea Kleinbauer mit dem Puppentheater ausloten wollte, was trotz Corona-Beschränkungen möglich ist. „Nichts“, stellte sich in einem kurzen Gespräch heraus, erinnert sich Theaterpädagogin Marlen Geißler. So entstand die Idee, dass die Erzieher ein Stück einstudieren, angeleitet von der Mitarbeiterin des Puppentheaters.

Digital fanden die ersten Treffen statt und mit Hilfe eines kleinen Säckchens, in dem sich Naturmaterialien befanden, entstanden kurze Geschichten, die Marlen Geißler zu einer Gesamtgeschichte zusammenfügte. Nachdem die Beschränkungen gelockert wurden, waren vor vier Wochen auch die ersten Treffen vor Ort in der Kita möglich. Mit Improvisation und liebevoll gestalteten Kostümen nahm das Stück mehr und mehr Form an und begeisterte das junge Publikum zur Premiere restlos. Aber es hat auch etwas mit den Mitarbeitern der Einrichtung gemacht: „Das Tolle ist, dass jeder Anteil am Stück hat. Von jedem ist etwas eingeflossen“, sagt Andrea Kleinbauer. Diese besonderen Momente der Probenzeit als Team zu haben, schweiße zusammen. „Marlen hat uns wachgeküsst, uns wieder zu verkleiden, zu spielen, Kindheitsträume zu entwickeln, wie den Traum vom Fliegen“, sagt sie.

Über den eigenen Schatten gesprungen

Den Mut zu haben, etwas zu entwickeln, darüber freute sich beispielsweise Lisa Rückert. Anfangs habe sie Angst davor gehabt, wirklich etwas spielen zu müssen und dann über den eigenen Schatten zu springen. Das habe eine neue Seite an ihr hervorgebracht.

Als Kita-Erzieherin sei man ein Stück weit auch Entertainer, sagt Sophie Berger, die das Eichhörnchen spielte und gespannt ist, welche Anknüpfungspunkte sich mit den Kindern im Nachgang noch finden werden. Erzieherin Brita Ebeling will das Gelernte auf jeden Fall auch pädagogisch einsetzen. Sie spielte sogar eine Puppe.

Ob das Stück vielleicht noch anderweitig aufgeführt wird, ist noch nicht klar. So viel ist aber sicher: Es hat dem Team gutgetan und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Entsprechend stolz ist Marlen Geißler, die sich freute, dass in der Pandemie Zeit für dieses Projekt war. Im Puppentheater-Alltag mit vollem Spielplan wäre es nicht möglich gewesen.