Magdeburg l Einmal im Jahr – passenderweise vor Weihnachten – lädt die Magdeburger Tafel einen Teil ihrer bedürftigen Kundschaft an eine Festtafel ein. Premiere wurde mit der 1. Magdeburger Weihnachtstafel 2012 im damaligen Kulturwerk Fichte gefeiert. Am Jahresende 2018 ersetzte eine vergleichsweise kleine Tafel-Kinderweihnachtsfeier im Amo das große Weihnachtsessen.

Gartenparteirat Roland Zander hakte bereits im Vorjahr im Rahmen einer offiziellen Anfrage an die Verwaltung nach, warum „diese schöne Veranstaltung“ – die große Weihnachtstafel – anno 2018 nicht abgehalten wurde und ob zumindest 2019 wieder an die große Festtafel geladen werde. Das, so viel vorweg, wird sich in diesen Wochen entscheiden. Wie die Entscheidung ausfällt, hängt von der Spendenfreude der Magdeburger ab.

Kleine und große Tafeln im Wechsel

Eingangs einer kürzlich veröffentlichten Stellungnahme zur Ratsanfrage von Zander stellt der Finanzbeigeordnete Klaus Zimmermann (CDU) klar, dass seit 2012 mitnichten in jedem Jahr die große Weihnachtstafel für 650 bis 750 Gäste eingedeckt worden sei. 2012 und 2013 wurde im Kulturwerk Fichte groß getafelt, danach folgten 2014 und 2015 kleine Kinderweihnachtsfeiern (200 Gäste) im Amo. 2016 stand wieder die große Tafel in der „Fichte“. Nach Schließung des Sudenburger Kulturwerks zog die Weihnachtstafel 2017 in die Messehallen am Elbauenpark um, gefolgt von der kleinen Tafel-Kinderweihnachtsfeier im Amo am jüngst vergangenen Vorjahresende.

Während die große Festtafel laut Zimmermann rund 15.000 Euro kostet, schlägt die Kinderweihnachtsfeier nur mit 6000 Euro zu Buche. Das bereits zu Jahresbeginn angekündigte Spendenaufkommen entscheide über die Größe der Veranstaltung, denn Räumlichkeiten müssten für die Weihnachtszeit bereits zu Jahresbeginn gesichert werden.

Zwei Tafelausgaben in Magdeburg

Organisator der Weihnachtstafel ist die stadteigene Gesellschaft für Arbeit, Qualifizierung und Beschäftigung (AQB), unter deren Regie auch die Lebensmittelausgabe an Bedürftige an den beiden stationären Tafel-Ausgabestellen in Magdeburg-Buckau und Olvenstedt funktioniert.

AQB-Geschäftsführerin Alexandra Rießler kann noch nichts versprechen, sagt aber auf Nachfrage: „Für dieses Jahr bin ich zuversichtlich, dass wir wieder zur Weihnachtstafel einladen können.“ Für Planungssicherheit wäre Rießler potenziellen Spendern dankbar, wenn sie ihren Spendenwillen bereits ankündigen würden (möglich per E-Mail an info@aqb-md.de oder am Telefon 0391/72726100).

Rund 2000 Kinder sind Tafelkunden

Aktuell beziehen rund 5000 Magdeburger Lebensmittel von der Tafel, darunter etwa 2000 Kinder. An der Magdeburger Weihnachtstafel – klein oder groß – ist kein Platz für alle.