Magdeburg l Entspannte Lage am 3. März 2019 im Magdeburger Stadtpark. Im Rondell am Heinrich-Heine-Platz gibt es ausreichend freie Parkplätze, auf dem großen Parkplatz neben der Stadthalle ebenso. „Das will aber nichts heißen“, erklärt Oliver Leschke vom Ordnungsamt. Er führt an diesem Sonntagnachmittag die von der Stadt angekündigte Kontrolle im Stadtpark gemeinsam mit seinem Kollegen Marcel Schrader durch.

Leschke, schon seit über fünf Jahren im Außendienst tätig, erlebt es immer wieder, dass bei manchen Leuten einfach die Bequemlichkeit siegt. 50 oder 100 Meter bis zum Parkplatz seien da schon zu weit. „Alle möchten zurück zur Natur, aber keiner zu Fuß“, gibt Leschke einen bekannten Ausspruch wieder.

Freundliche Ermahnung

So schlimm ist es dieses Mal im Stadtpark nicht. An den vorangegangenen zwei Wochenenden, als mit 15 Grad schon der Frühling ausgebrochen war, hatten Falschparker die Parkverbotszone im Heinrich-Heine-Weg ebenso ignoriert wie das Parkverbot auf den Grünflächen. Fast überall wurde wild geparkt. Kontrollen gab es nicht – die Mitarbeiter vom Ordnungsamt seien durch Einsätze rund um das Fußball- und Handballspiel gebunden gewesen, hieß es nach dem letzten Wochenende.

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Die Volksstimme hatte ausführlich über das Parkchaos im Stadtpark berichtet. Die Verwaltung kündigte daraufhin Kontrollen an und drohte auch damit, gegebenenfalls abzuschleppen. Doch das war jetzt nicht nötig. Bei dem deutlich schlechteren Wetter blieb die Zahl der Besucher übersichtlich, ebenso wie die Zahl der Autos. Das Parkverbot im Heinrich-Heine-Weg wurde weitgehend eingehalten. Zum Zeitpunkt der Kontrolle war nur ein Lieferwagen in Höhe der Skateranlage abgestellt - vorübergehend zum Be- und Entladen von Fahrrädern. Der junge Autofahrer kommt mit einer freundlichen Ermahnung davon.

Das „Mobi“ in der Tasche

Falsch geparkt wird aber auch immer wieder am Kleinen Stadtmarsch, der wichtigsten Zufahrtsstraße zum Stadtpark. „Der Bordstein zum Seitenweg ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass hier ein Gehweg ist“, erklärt Oliver Leschke. Parken auf dem Weg ist verboten, auch wenn es nicht extra ausgeschildert ist. Das müsse es auch nicht, betonen die Mitarbeiter des Ordnungsamtes. Und entdecken schon einen Camper, der in Höhe der Hyparschale den Gehweg in ganzer Breite belegt. Hier können und wollen Oliver Leschke und Marcel Schrader kein Auge zudrücken.

Außendienstler Schrader nimmt das „Mobi“ – das mobile Knöllchenerfassungsgerät – in die Hände und fängt an, die Daten (z. B. Datum und Standort des Fahrzeugs mit Paderborner Kennzeichen) einzugeben und ein Beweisfoto zu machen. Das blaue Knöllchen wird auch gleich mit dem mobilen Minidrucker vor Ort ausgedruckt und hinter den Scheibenwischer gesteckt. Parken auf dem Gehweg – kostet in diesem Fall 20 Euro.

Bis zu 55 Euro

Die Höhe des Verwarngeldes ist unterschiedlich. Beim wilden Autoabstellen auf der Wiese werden mindestens 25 Euro (Verstoß gegen die Grünanlagensatzung) fällig, beim Parken auf einem Schwerbehindertenparkplatz sogar 35 Euro. Die Kollegen können im Verwarngeldbereich (bis 55 Euro) auch Bargeld annehmen, erzählt Leschke – damit ist die Sache dann erst einmal vom Tisch. Und das nächste Mal wird hoffentlich wieder auf legalen Flächen geparkt.

Die Außendienstler des Ordnungsamtes werden, so macht Oliver Leschke deutlich, schon bald wieder stärker präsent sein - auch mit der Bestreifung im Stadtpark. Ab Ende März greift der Sommerdienstplan mit höherer Besetzung im Außendienst. „Die sehr milden Wochenenden mitten im Februar kamen uns doch etwas zuvor“, räumt Leschke ein.

Lärm- und Leinenproblem

Klar sei, dass man gerade nach den Falschparkorgien der letzten Wochenenden jetzt ein besonderes Auge auf den Stadtpark habe. Verstärkte Kontrollen soll es in der Woche wie auch an den Wochenenden geben. „Da werden wir auch an den Abenden nach 22 Uhr mal vorbeischauen“, kündigten die Amtsmitarbeiter gestern an.

Im vorigen Jahr hatten z. B. rund 100 Teilnehmer unter dem Brückenbogen der Sternbrücke eine Technoparty veranstaltet. Die dröhnenden Bässe hatten Anwohner auf den Plan gerufen. Ruhestörender Lärm sei in der warmen Jahreszeit auch ein großes Thema, unangeleinte Hunde wiederum ein Dauerproblem. „All das haben wir bei unseren Kontrollen im Stadtpark im Blick“, sagen Leschke und Schrader und beenden für diesen Sonntag erst mal ihre Runde.