Magdeburg l Ende Oktober hatte Magdeburgs Alt-OB Willi Polte das letzte Mal telefonischen Kontakt mit Inge Beims, der Enkelin seines Amtsvorgängers Hermann Beims. Inge Beims berichtete, dass sie schwer krank sei und in ein Hospiz gehen werde.

Vor Weihnachten erreichten Polte und weitere Freunde aus Magdeburg die Nachricht, dass Inge Beims im Alter von 88 Jahren am 3. Dezember in Darmstadt verstorben ist. „Bei dem letzten Telefonat haben wir noch einmal darüber gesprochen, was schon vor längerem verabredet worden war und was sie sich wünschte“, berichtet Polte im Volksstimme-Gespräch. Und zwar, dass Inge Beims nach ihrem Tod im Familiengrab der Beims auf dem Magdeburger Westfriedhof beigesetzt werden soll.

Am heutigen 4. Dezember 2019 findet Inge Beims auf dem Westfriedhof im Ehrengrab Hermann Beims ihre letzte Ruhestätte. Die Urnenbeisetzung erfolgt in kleiner Runde, so wie es laut Polte ebenfalls ihr Wunsch gewesen war. „Sie war eine bescheidene und zurückhaltende Frau“, weiß er zu berichten. Alt-OB Polte, Ehrenbürger der Stadt Magdeburg, wird neben dem amtierenden Rathauschef Lutz Trümper Worte des Gedenkens sprechen. Eine Gedenkfeier hat es bereits in Darmstadt gegeben.

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Ein klangvoller Name

Der Name Beims, so betont Willi Polte, habe in Magdeburg noch heute einen besonderen Klang. Der Sozialdemokrat Hermann Beims hat sich große Verdienste um seine Wahlheimatstadt erworben. In seiner Amtszeit wurde Magdeburg zur Modellstadt der Moderne, es gab innovative Veränderungen in allen Lebensbereichen der Bürger. Ihm zu Ehren findet vom 24. bis 26. April 2019 in Magdeburg ein wissenschaftliches Symposium statt – genau 100 Jahre nach Beims’ Amtsantritt als Oberbürgermeister.

Seine Enkelin Inge Beims war gebürtige Magdeburgerin. Sie erblickte in der Elbestadt am 11. April 1930 das Licht der Welt. Sie besuchte die Viktoria-Schule in einer reinen Mädchenklasse und legte nach Aussagen von ehemaligen Mitschülern ein recht gutes Abitur ab. Anschließend studierte sie in Halle Naturwissenschaften mit Schwerpunkt Biologie. In den 1950er Jahren ging sie dann aber in den Westen. Die Gründe sind nicht bekannt.

Ihr neuer Lebensmittelpunkt wurde Darmstadt, wo sie bis zu ihrer Pensionierung als Lehrerin im Schuldienst tätig war, wie Polte erinnert. Neben Loki Schmidt, Frau von Altkanzler Helmut Schmidt, war sie Ehrenmitglied im „Freundeskreis Botanischer Garten der Technischen Universität Darmstadt e. V.“. Inge Beims war ledig und, wie Willi Polte sagt, die letzte hier bekannte Verwandte des früheren OB Hermann Beims. Ihrer Geburtsstadt Magdeburg und der Tradition ihres berühmten Großvaters blieb sie bis zu ihrem Tod eng verbunden.

Schon kurz nach der Wende 1989 suchte Inge Beims Kontakt nach Magdeburg. Ihre Eltern waren verstorben, und so schrieb sie damals einen Brief an den für die Beimssiedlung zuständigen SPD-Ortsverein. Hier haben sich enge Kontakte und Freundschaften gebildet, erzählt Willi Polte.

Spenden und Besuche

Inge Beims besuchte fortan häufiger ihre Geburtsstadt, war unter anderem zum 65. Geburtstag der Beimssiedlung und bei der Einweihung des umgestalteten Beimsplatzes zu Gast.

Auch die Klassentreffen der ehemaligen Viktoria-Schülerinnen nutzte sie für einen Besuch. Das letzte fand 2014 statt. „Ihre Verbundenheit zu Magdeburg drückte Inge Beims auch durch zahlreiche Spenden aus“, berichtet Willi Polte weiter. So spendete Inge Beims u. a. für die Aktion „Mein Baum für Magdeburg“, für die große Orgel des Doms und für die Erneuerung der Domturmstufen.

Heute nun kehrt sie zum letzten Mal in ihre Geburtsstadt an der Elbe zurück.