Magdeburg l Mit ihrer Idee eines zusammenklappbaren Fahrradanhängers ziehen Finn Süberkrüb und Markus Rothkötter aus Magdeburg an herkömmlichen Lebensläufen vorbei. Noch während des Studiums werkelte das Duo an den Prototypen. Vorsichtig wagten sie sich damit an die Öffentlichkeit und wurden von der Resonanz selbst überrascht. Es hagelte Lob und Beifall, sie wurden ausgezeichnet und fanden Geldgeber. Auf der Überholspur radeln sie nun in Richtung Serienproduktion. Am Mittwochabend stellen sie ihren „Trenux“ in der ProSieben-Erfindershow „Das Ding des Jahres“ einem Millionenpublikum vor.

Schaffen sie es in der Fernsehsendung, den Fahrradanhänger inmitten von neun weiteren Erfindungen als pfiffigste und nützlichste zu präsentieren, ziehen sie in die Finalshow ein und haben somit die Chance auf 100.000 Euro. Viel Geld für zwei junge Männer, die gerade erst das Studium abgeschlossen haben.

Den Kopf voller Ideen

Urlaub, Party, Mußestunden? Wofür würden sie das Geld verwenden? Nein! Die beiden Start-up-Unternehmer würden in die Weiterentwicklung investieren – „Kindertransport, Hundetransport, der Kopf ist voller Ideen“, verrät Markus Rothkötter. Und auch in die Infrastruktur, vor allem in die „Optimierung des Workflows“, des Arbeitsprozesses von der Idee zum Produkt, soll das Geld fließen.

An erster Stelle stehe jedoch, ob mit oder ohne Preisgeld, die Auslieferung der ersten Serie. Gut 100 Bestellungen gibt es bereits. Via Crowdfunding-Aktion sammelten sie 63.000 Euro. Lediglich 48.000 waren als Ziel gesetzt. Breits zwei Wochen vor Ablauf der Aktion hatten sie es erreicht. „Danach mussten wir das Bewerben der Aktion ein wenig drosseln, damit es nicht unsere Kapazitäten sprengt“, erklärt Markus Rothkötter. Denn, obgleich die Einzelteile und Baugruppen zugeliefert werden, wird in ihrer Werkstatt in der Viehbörse noch alles selbst per Hand zusammengesetzt. „So gehen wir sicher, dass wir selbst noch einmal draufgeschaut haben.“

Bis zum Sommer, leider mit etwas Verspätung, sollen die ersten 100 „Trenux“ die Werkstatt verlassen haben. Derzeit wartet das Team auf Teile von einem Hersteller, der momentan Lieferschwierigkeiten hat. Das gibt zumindest Zeit, die Modelle weiterzuentwickeln. Und sich bei anderen Projekten einzubringen. So haben sie sich beispielsweise gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Maschinenbauinformatik, dem Transfer- und Gründerzentrum der Uni und weiteren Magdeburger Unternehmen für das Bundesförderprogramm „Rubin“ (Regionale unternehmerische Bündnisse für Innovation) beworben.

Angst vorm Vorführeffekt

Am Mittwoch jedoch steht die Ausstrahlung der Erfindershow auf dem Programm. In ihrem Büro in der Viehbörse 3 wollen sie die Sendung gemeinsam mit Freunden und Unterstützern wie beispielsweise ihrem Investor Frank Sporkenbach schauen. Verraten, wie es für sie ausging, ob sie es ins Finale geschafft haben, dürfen sie natürlich nicht. Nur, dass sie ziemlich aufgeregt waren und viele andere gute Erfindungen in „Konkurrenz“ zu ihrem „Trenux“ standen, erzählen sie.

Die ganze Bandbreite sei vertreten gewesen – vom coolen Alltagshelfer bis zu lebensrettenden Maßnahmen. „Unsere größte Panik war eigentlich, dass irgendetwas hakt oder nicht funktioniert – der Vorführeffekt eben“, erzählt Markus Rothkötter.Ob sie die Jury, zu der Amorelie-Gründerin Lea-Sophie Cramer, die Moderatoren Lena Gercke und Joko Winterscheidt sowie Rewe-Chefeinkäufer Hans-Jürgen Moog gehören, überzeugen können und ob abschließend auch das Publikum für sie abstimmt und damit ins Finale wählt, ist Mittwochabend ab 20.15 Uhr auf ProSieben zu sehen.