Die Fahrstrecke

Der NJ 471 von Berlin nach Zürich hält um 22.58 Uhr in Magdeburg. Er startet täglich 20.56 Uhr in Berlin Ostbahnhof und hält in Berlin Hbf, Berlin Zoologischer Garten, Berlin Wannsee, Potsdam, Brandenburg, Braunschweig, Göttingen, Fulda, Frankfurt (Main), Mannheim, Karlsruhe, Freiburg und Basel. Ankunft in Zürich um 9.05 Uhr.

Der NJ 470 in der Gegenrichtung startet um 20 Uhr in Zürich, hat einen zusätzlichen Stopp in Heidelberg, ist um 5.56 Uhr in Magdeburg und um 8.10 Uhr in Berlin-Ostbahnhof. (ri)

Magdeburg l Ohne Umsteigen nach Frankurt am Main, Freiburg, Basel oder Zürich - das ist ab dem 10. Dezember 2017 ab dem Magdeburger Hauptbahnhof möglich. Mit der Fahrplanumstellung wird Magdeburg wieder enger in das Netz der Fernzüge eingebunden. Ab diesem Tag macht der Nachtzug der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) auf seiner Fahrt zwischen Berlin und der Schweiz Station in Magdeburg.

Allerdings: Es gibt nur einen Zug je Richtung. Und die Zahl der Plätze in den sogenannten Nightjets ist begrenzt.

Acht neue Nachtzüge

Was die Nachfrage angeht, lohnt es sich offenbar, wie bei den Sparangeboten der Deutschen Bahn, beim Billigflieger oder beim Fernbus frühzeitig zu buchen. „Es gibt so viele Interessenten, dass wir sehr viel mehr Züge einsetzen könnten“, sagt Kurt Bauer, Chef des österreichischen Fernverkehrs der Bahn. Abhilfe soll eine Neuanschaffung der ÖBB bringen. Mit ihr sollen für rund 400 Millionen Euro 13 neue Züge gekauft werden, bei denen es sich auch um acht Nightjets handelt.

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Geboten werden Plätze in Sitz-, Liege- und Schlafwagen. Mit Glück und wer rechtzeitig bucht, kann ab Magdeburg im Sitzwagen bereits für 29 Euro, im Liegewagen ab 49 Euro und im Schlafwagen ab 69 Euro nach Zürich reisen. Für kürzere Strecken zum Beispiel nach Berlin oder Braunschweig gibt es Tickets ab 9 Euro. Die Züge sind reservierungspflichtig, was aber keine zusätzlichen Kosten verursache. Für Nightjet-Züge in Deutschland gibt es Preisnachlass mit der Bahncard.

Zwischen Kampfpreis und Komfort

In den Schlafwagen gibt es mehr Komfort bis hin zum großen Frühstück und zur Tageszeitung. Im Sitzwagen ist der Service – obwohl es für jeden Wagen einen Zugbegleiter gibt, nicht ganz so hoch. „In diesem Bereich möchten wir die Preise für den Wettbewerb mit dem Fernbus sehr niedrig halten“, erläutert Kurt Bauer.

Dass die Österreicher auf ihrer Fahrt zwischen Berlin und Zürich auch in Magdeburg Station machen, hat zwei wesentliche Gründe. Zum einen handelt es sich bei den Nightjets zwar um Züge, die nur an den wichtigsten Stationen unterwegs halten. Doch es sind keine Hochgeschwindigkeitszüge, die eine Schnellfahrstrecke benötigen, um ihre Möglichkeiten auszuspielen. Daher würde eine Fahrt über die ICE-Strecke zwischen Berlin und Hannover durch die Altmark keinen großen Zeitgewinn bringen.

Magdeburg und die Region erschließen

„Zum anderen haben wir bei der Planung natürlich geschaut, welche Metropolen besser im Fernverkehr erschlossen werden könnten“, sagt Kurt Bauer. Dabei habe das Unternehmen nicht allein den Blick auf Magdeburg selbst, sondern auf die gesamte Region.

Keineswegs sehen sich die ÖBB derweil als Konkurrent der Deutschen Bahn. „Wir sind eine dauerhafte Kooperation mit der Deutschen Bahn eingegangen“, sagt Bauer. Dazu gehört nicht nur, dass Mitarbeiter der Deutschen Bahn ab der Grenze auf den Zügen eingesetzt werden. Dazu gehört auch, dass die Österreicher das Buchungssystem der Deutschen Bahn neben ihrem eigenen Internetauftritt unter www.nightjet.com mitnutzen und dass ihre Züge das Angebot in Deutschland ergänzen.

Angebot in Österreich etabliert

Dass das Unternehmen mit Sitz in Wien anders als die Deutsche Bahn weiter auf den Nachtzug mit Schlaf- und Liegewagen setzt, hat mehrere Gründe. Kurt Bauer sagt: „Traditionell ist dieses Segment in Österreich stärker aufgestellt. Das heißt, dass der Anteil der Reisenden in diesen Zügen an der Gesamtzahl der Reisenden hoch ist.“

Begründet sei dies nicht zuletzt in der Topographie des Landes. Gerade zwischen dem Osten mit der Hauptstadt Wien und dem Westen gibt es nur wenige komfortable Straßenverbindungen, so dass sich viele Menschen doch lieber für den Nachtzug entscheiden und sich als treue Kunden des Zugangebots erweisen.

Zudem haben die Österreicher in Deutschland nur die Strecken übernommen, die gut genutzt wurden.