Magdeburg l 10 000 Euro Belohnung hat der Autovermieter „Motion Drive“ aus Magdeburg für Hinweise ausgelobt, die zum Wiederauffinden des Ferrari 4/58 (Stückpreis: 150 000 Euro) führen. „Der Wagen wurde am 20. Juli für zwei Tage in unserer Niederlassung in Düsseldorf ausgeliehen und nicht wieder zurückgebracht“, sagt Dirk Müller, Vater des Firmeninhabers Phillipp Müller. Der Wagen ist laut Polizei europaweit zur Fahndung ausgeschrieben. Damit fehlt nun einer von insgesamt vier in Magdeburg zugelassenen Ferraris.

Die Geschichte dahinter ist spektakulär: Nach Informationen der Volksstimme hat den Wagen ein Holländer für zwei Tage und 200 Kilometer (2350 Euro) ausgeliehen. Mittwochmorgen, 9 Uhr, hätte er ihn in Düsseldorf zurückgeben sollen. Das geschah nicht. „Wir haben den Kunden angerufen und er hat uns gesagt, dass er gleich da ist“, sagt Müller. Doch es passierte nichts. „Wir haben ihn mehrfach kontaktiert und er hat uns mehrfach versichert, dass er das Auto zurückbringt“, so Müller. Inzwischen haben die Magdeburger auch eine niederländischen Detektei in die Suche eingeschaltet.

Weil der Mann das Auto jedoch gemietet und nicht zurückgegeben hat, ist der Fall juristisch gesehen eine Unterschlagung und kein Diebstahl im klassischen Sinne. Das hat für die Magdeburger verheerende Folgen. Denn bei Diebstahl würde die Vollkasko greifen. Bei Unterschlagung ist das nicht der Fall. „Im schlimmsten Fall haben wir einen Schaden von 150 000 Euro“, sagt Müller. Das Unternehmen hat Niederlassungen in ganz Deutschland, unter anderem auch in Düsseldorf. So ist auch der in Magdeburg zugelassene Ferrari im ganzen Land unterwegs.

Bilder

Der Rennwagen wäre indes aber nicht das erste Luxusauto, das verloren geht. In Riga wurde „Motion Drive“ schon ein Porsche Panamera gestohlen. Damals gingen die Täter aber brutaler vor. Sie überwältigten den Fahrer und entfernten das GPS - das Auto wurde nicht wiedergefunden.

Auch daher ist der aktuelle Fall ungewöhnlich. „Wir hatten die ganze Zeit Funkkontakt zum Ausleiher“, wiederholt Müller. Wäre der Mann ein professioneller Autodieb, wäre er vermutlich anders vorgegangen - zumal er das Auto unter Vorlage des Personalausweises persönlich ausgeliehen hat.

Nach Informationen der Volksstimme soll der Mann in einem Hafenunternehmen arbeiten. „Im allerschlimmsten Fall ist das Auto schon in einem verplombten Container auf dem Weg in ein anderes Land“, sagt Müller. Aber das sei nur Spekulation. „Momentan weiß keiner, wo der Ferrari ist“, so Müller. Auf Facebook sind inzwischen Fotos aufgetaucht, die den Wagen im Großraum Rotterdam zeigen, wobei unklar ist, wann die Bilder aufgenommen wurden.