Magdeburg l Es ist zunächst nur ein Prüfauftrag, aber ein Blick in andere Städte in Deutschland und auf der ganzen Welt zeigt, dass die Idee Potenzial hat. Namens ihrer Ratsfraktion CDU/FDP regt das liberale Frauenduo Carola Schumann und Lydia Hüskens ein Festival der Straßenmalerei für Magdeburg an. Der Oberbürgermeister soll prüfen, „ob, von wem und in welcher Form“ ein solches Festival in Magdeburg durchgeführt werden solle, heißt der Antrag im Originalton. Im Stadtrat steht er am 9. Juli 2020 zur Abstimmung.

Andere Städte machen es vor

Zur Begründung führt das Initiatorinnen-Paar ähnliche Festivals in Medebach, Neustadt und Geldern an. Im nordrhein-westfälischen Medebach hat das Internationale Straßenmalerfest schon eine zwei Jahrzehnte lange Tradition und zieht – bei Beteiligung von Amateuren und Profis sowie kultureller Umrahmung – alljährlich Tausende Besucher an. Das hessische Neustadt lädt seit 2009 Straßenmaler zur Stadtverbuntung ein (2020 wegen der Corona-Pandemie abgesagt). Geldern (Nordrhein-Westfalen) lässt seine Straßen schon seit mehr als 40 Jahren zum jährlich ausgetragenen Festival bemalen, musste die 42. Auflage 2020 aber auch absagen. Das Fest in Geldern gilt als eines der größten der Welt. Die Liste lässt sich fortführen. Wilhelmshaven schmückt sich mit einem StreetArt-Festival; in ganz Europa, den USA und in Asien haben ähnliche Feste lange Geschichte.

Streetart boomt

Unter Streetart im engeren Sinne versteht die internationale Szene allerdings nicht allein die kunstvolle Straßenbemalung, schon gar nicht im Auftrag – von wem auch immer, sondern die eigenständige künstlerische Eroberung des öffentlichen Raums mit verschiedenen Kunsttechniken. Zu den berühmtesten Vertretern gehört ein Brite, der sich Banksy nennt und seine Identität bis heute geheim hält. Seine Werke sind Millionen wert.

Auch ernste Anlässe denkbar

Fügt sich Magdeburg in die illustre Gemeinde der Straßenmaler-Städte ein? Schumann und Hüskens könnten sich ein Magdeburger Festival dieser Art sowohl anlassbezogen (zum Beispiel begleitend zum Kaiser-Otto- oder Pfingstfest) oder als eigenständiges Highlight vorstellen. „Auch das Gedenken an die Zerstörung der Stadt, der Tag des Grundgesetzes oder der Tag der Deutschen Einheit wären Anlässe, die von professionellen Künstlern oder Amateuren in Absprache mit der Stadt oder mit Partnern von Veranstaltungen ins Straßenbild gesetzt werden könnten“, schreiben die Ratsfrauen in ihrer Antragsbegründung.