Magdeburg l Die vier freiwilligen Feuerwehren in den östlichen Stadtteilen von Magdeburg rücken in diesem Jahr zu außergewöhnlich vielen Brandeinsätzen aus. Vor allem ein Gebiet im Bereich des Steindamms und der Luisenthaler Straße ruft immer wieder die ehrenamtlichen Helfer auf den Plan.

Mehr als 20 Einsätze

Ruhig ist es derzeit zwischen Pechau und Prester. Schon seit Wochen hat es hier nicht mehr gebrannt. Fast schon wöchentlich waren die Feuerwehren zu kleineren und größeren Bränden gerufen worden. Immer wieder hatten die Einsatzkräfte Brandstiftung vermutet. Die Polizei bestätigte dies nun, auch wenn nur teilweise. Allein mehr als 20 Brandeinsätze verzeichnete die Prester Feuerwehr seit dem 1. Januar in ihrem Ausrückebereich. Gerade einmal drei davon kann die Polizei auch als Brandstiftungen bestätigen.

„Uns sind drei Fälle bekannt, bei denen wir von Brandstiftung ausgehen und auch einen Tatverdächtigen ermitteln konnten“, erklärt die Pressesprecherin des Polizeireviers Magdeburg Heidi Winter. Auch die Staatsanwaltschaft in Magdeburg bestätigt dies. „Wir führen derzeit ein Ermittlungsverfahren gegen einen 20-jährigen Beschuldigten“, bestätigt Armin Gebauer von der Staatsanwaltschaft.

Wie aus Polizeikreisen zu erfahren war, soll der junge Mann schon öfter ins Visier der Ermittler gerückt sein, jedoch habe man ihm nie etwas nachweisen können. Das habe sich nun geändert. Was das ist, das wollen weder Polizei noch Staatsanwaltschaft preisgeben. Beide verweisen in dem Fall auf das laufende Ermittlungsverfahren. „Wir können dem Beschuldigten derzeit Brandstiftungen an zwei Gartenlauben nachweisen“, führt Winter weiter aus. Demnach habe der Mann am 24. Januar gegen 22.54 Uhr eine Gartenlaube am Steindamm in Brand gesetzt.

Nur anderthalb Stunden später habe er dann auf einem Verbindungsweg zwischen Steindamm und Luisenthaler Straße erneut eine Gartenlaube in Brand gesetzt. „Die dritte Brandstiftung soll der Tatverdächtige dann im Juni begangen haben“, fährt die Polizeisprecherin fort. Dabei soll er zwischen Steindamm und Zipkeleben eine Ödlandfläche in Brand gesetzt haben.

Das Feuer am 27. Juni galt als das größte in der Brandserie in diesem Jahr. Rund 2500 Quadratmeter Ödland gerieten damals in Brand. Insgesamt fünf freiwillige Feuerwehren aus dem gesamten Stadtgebiet sowie die zwei Feuerwachen der Berufsfeuerwehr kamen zum Einsatz, um den Brand zu löschen. Im letzten Moment hatte man verhindern können, dass die Flammen auf ein Getreidefeld übergreifen. Doch warum können die anderen Brände im Osten der Stadt nicht als Brandstiftung nachgewiesen werden? „Wir können Brandermittlungsverfahren nur einleiten, wenn wir auch gerufen werden“, erklärt Heidi Winter weiter.

Grundsätzlich sei es so, dass die Rettungsleitstelle das Lage- und Führungszentrum (Lfz) der Polizei automatisch verständige, wenn ein Anrufer einen Brand melde. Jedoch müsse dann der Einsatzleiter der Feuerwehr vor Ort entscheiden, ob die Polizei benötigt werde. Deswegen sei am 8. April (Luisenthaler Straße), 11. April (Steindamm), 13. August (Am Kanal) und 14. August (Calenberger Straße) dieses Jahres nicht ermittelt worden bzw. die Polizei erst gar nicht vor Ort gewesen.

Ob die Brandserie jetzt endgültig ihr Ende gefunden hat, bleibt abzuwarten, jedoch ist man in den freiwilligen Feuerwehren froh, dass man endlich wieder ruhiger treten kann und wieder mehr Zeit für die Familie hat.