Magdeburg l Sparen zahlt sich nicht immer aus. Das bekommt die Stadt Magdeburg jetzt auch am Beispiel der Magdeburger Fahrbibliothek zu spüren.

Im Hitzesommer 2018 musste der Bücherbus der Stadtbibliothek die Sommerpause zwangsverlängern, weil im Fahrzeuginneren brütende Hitze herrschte. Tageweise kletterten die Temperaturen auf 39 Grad Celsius. An 48 Arbeitstagen herrschten im Bus mehr als 30 Grad. Da hatten weder Mitarbeiter noch Besucher länger Lust und Muße, sich im Bus aufzuhalten.

Magdeburg verzichtete auf Klimaanlage

Der war erst 2013 in Dienst gestellt worden. Eine Sonderanfertigung der finnischen Firma Kiitokori auf Basis eines Volvo-Busses. Das Problem: Es fehlt eine Klimaanlage. Serienmäßig wird eine solche zwar verbaut, aus Kostengründen hatte die Stadt Magdeburg bei der Anschaffung aber darauf verzichten, was sich jetzt offenbar rächt. Und der Bus soll wenigstens noch 15 Jahre laufen ...

Sämtliche Versuche, für angenehmere Temperaturen zu sorgen, schlugen fehl: Ventilatoren, Folie auf den Dachfenster, Rollos und Getränke für die Mitarbeiter. Nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber keine Lösung. Der zuständige Beigeordnete der Verwaltung Matthias Puhle hält den nachträglichen Einbau einer Klimaanlage deshalb für „dringend geboten“.

Nachrüsten für Magdeburg teuer

Das Nachrüsten wird nun richtig teuer für die Stadt. 65.000 Euro verlangt der Originalausstatter. Eine Summe, die in den Stadthaushalt 2019 eingestellt werden müsste. Dafür verbaue der Hersteller moderne Lithiumbatterien, die umweltfreundlich und geräuscharm seien, argumentiert Puhle. In Wolfsburg habe man damit gute Erfahrungen gemacht. Der Stadtrat muss letztlich entscheiden.

Die Fahrbibliothek steuert Grundschulen und Kindereinrichtungen sowie Stadtteile an. Die Stellplätze sind vor allem dort, wo keine Zweigstelle der Stadtbibliothek in zumutbarer Nähe existiert. 30.000 Besuche und 170.000 Medienentleihungen verzeichnet der Bus jährlich.