Magdeburg l Das Magdeburger Schiffshebewerk in Schuss zu halten, gibt es nicht zum Nulltarif. Seit dem Jahr 2012 hatte allein das Land Sachsen-Anhalt mehr als 800.000 Euro dazugegeben. Jetzt sind noch einmal 126.000 Euro dazugekommen. Landesverkehrsminister Thomas Webel (CDU) hat bei einem Besuch des technischen Denkmals am Mittwoch einen entsprechenden Fördermittelbescheid an Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) übergeben.

„Damit helfen wir, dass dieses Bauwerk höchster technischer Ingenieurskunst weiter erhalten bleibt und auch nach mittlerweile mehr als 80 Jahren sogar noch voll funktionstüchtig ist“, sagte der Verkehrsminister. Die Stadt danke dem Land, da dadurch dieses besondere Ausflugsziel der Region weiter an Attraktivität gewinne, so Magdeburgs Oberbürgermeister.

Beton, Lack, Holz und Technik

Mit der Unterstützung sollen dieses Mal u. a. Betoninstandsetzungen, Lackierarbeiten, Arbeiten an der Steuerung sowie die ingenieurtechnische Begleitung gewährleistet werden. Ein besonderes Augenmerk liegt dieses Mal auf dem Stemmtor im unteren Vorhafen an der Einfahrt aus dem Rothenseer Verbindungskanal. Im normalen Betrieb sind die Tore in den Nischen der Spundwand versenkt. Um den Trog heben zu können, wird die Trogkammer mit einem Schildschütz und dem unteren Haltungstor abgedichtet. Mit Hilfe der Stahlkonstruktion ist es möglich sich den wechselnden Wasserständen im Verbindungskanal anzupassen. Und dann kommt das Stemmtor zum Einsatz. Dieses dichtet die Einfahrt zum Verbindungskanal hin ab, so dass das Stemmschütz verstellt werden kann.

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Arbeit am Stemmtor beginnen nach der Saison

Betriebsleiter Marcel Bremer berichtet: „Es geht um eine Instandsetzung des Stemmtors. Unter anderem wurde an diesem Holz verbaut, das im Laufe der vergangenen Jahrzehnte verschlissen ist.“ An einigen Stellen breche das Holz sogar schon aus der Konstruktion heraus. „Noch im Juni möchten wir eine Ausschreibung auf den Weg bringen“, berichtet der Betriebsleiter des Schiffshebewerks.

Die eigentlichen Arbeiten sollen dann im Herbst nach dem Ende der Saison beginnen. Derzeit laufen während des Betriebs beispielsweise die Arbeiten am Korrosionsschutz. Wie bei Stahlkonstruktionen üblich, werden nach der Reinigung der Oberfläche hier drei Farbschichten aufgetragen – zuoberst das für das Magdeburger Schiffshebewerk durchaus charakteristische Grün und Gelb.

Während der Saison können Fahrgast- und Passagierschiffe das Schiffshebewerk nutzen. Thomas Webel weist darauf hin, dass dies im Gegensatz zur Schleuse nebenan nicht allein aus technischem Interesse durchaus attraktiv sei: „Ein Hebevorgang geht sehr viel schneller als eine Schleusung.“ Das Schiffshebewerk Magdeburg-Rothensee ist nicht allein als eine von nur noch vier in Deutschland betriebenen derartigen Anlagen etwas Besonders. Auch wurde hier erstmals eine Technik eingesetzt, bei der Boden viele Meter tief eingefroren wurde, um ungehindert vom Grundwasser die Gründung für die Anlage bauen zu können.