Magdeburg l Das Netzwerk des Foodsharing-Projekts, bei dem der Lebensmitteltausch von privat zu privat ermöglicht wird, dehnt sich weiter aus. Die Scala-Gemeinde mit Sitz an der Halberstädter Straße in Magdeburg fungiert nun als sogenannter Verteilerpunkt: Lebensmittel können hier in einem separaten Raum hinterlegt oder abgeholt werden, kostenlos und ohne eine Bedürftigkeitsprüfung, so das Prinzip. „Damit soll u. a. vermieden werden, dass Lebensmittel weggeworfen werden“, so Projektleiter Ralf Dounz-Weigt.

Die Scala-Gemeinde bringt sich seit längerem aktiv in die Integrationsarbeit ein und sieht in dem Lebensmitteltausch eine Möglichkeit, das Engagement zu erweitern und Kontakte zu knüpfen, so Gemeindeleiter Bernd Schubert. Man wisse zudem, dass es im Stadtteil einen Bedarf an Versorgungshilfen gebe, verweist Pastorin Marina Franz, die eines der Anliegen des vielschichtigen Projektes mit Worten der Bibel umriss: Euer Überfluss diene ihrem Mangel. Wer beispielsweise eine Urlaubsreise antritt, könne den Inhalt seines Kühlschranks anderen zur Verfügung stellen „und muss diese Lebensmittel nicht verfallen lassen oder wegwerfen“.

Foodsharing ein Mal pro Woche

Jeweils dienstags nachmittags ist der Anlaufpunkt in der Halberstädter Straße 135a für Interessierte geöffnet. Das Ziel ist, dass sich der Sudenburger Verteilerpunkt wie jene anderen acht in der Stadt Magdeburg selbst organisiert, so Dounz-Weigt. Man wolle zunächst sehen, wie das Angebot angenommen werde und gegebenenfalls die Öffnungszeiten erweitern, sagt Bernd Schubert.

Stadtweit ist das Projekt nun an neun verschiedenen Bereichen zu finden. Gern würde man die Verteilerpunkte auf den ostelbischen Bereich erweitern, so Ralf Dounz-Weigt.

Foodsharing-Projekt startete 2014

2014 ist Lebensmittel retten Magdeburg gestartet worden. Über 70 freiwillige Fahrer unterstützen es mittlerweile und übernehmen monatlich etwa 300 Fahrten zu Kooperationsbetrieben und bringen die Lebensmittel zu den Verteilerpunkten. Denn nicht nur Privatpersonen engagieren sich. 13 Firmen wie Bäckereifilialen, Lebensmittelhändler, die Bahnhofsmission sowie Großhändler und Hotels geben regelmäßig verbrauchsfähige, aber nicht mehr verkaufsfähige Nahrungsmittel ab. Damit werden u. a. Einrichtungen wie Jugendclubs und Familienzentren unterstützt.

Nutzer werden bei Bedarf im Projekt eingebunden, eine Community wird über Kochangebote und aktuelle Informationen über das soziale Netzwerk Facebook informiert. Das Projekt ist mit den zuständigen Ämtern abgestimmt worden, die Einhaltung der Hygienebestimmungen wird regelmäßig kontrolliert.