Bildung

Freier Träger will dritte Gesamtschule in Magdeburg eröffnen

Die Stiftung Evangelische Jugendhilfe möchte ihr Bildungsangebot in Magdeburg um eine Gesamtschule erweitern. Einen möglichen Standort gibt es in der Alten Neustadt.

Von Stefan Harter
Die MWG-Zentrale in Magdeburg könnte Standort für eine neue Schule sein.
Die MWG-Zentrale in Magdeburg könnte Standort für eine neue Schule sein. Foto: Stefan Harter

Magdeburg - Mit der Vorstellung des „MWG-Forums“ als neuem Hauptsitz der Magdeburger Wohnungsgenossenschaft in der Innenstadt, kommt zwangsläufig auch die Frage nach der Zukunft der bisherigen Zentrale auf. Vorstandssprecher Thomas Fischbeck hatte gegenüber der Volksstimme erklärt, dass man bereits in guten Verhandlungen mit einem Bildungsträger stehe, der das Objekt nach dem Auszug der Genossenschaft kaufen würde.

Interessent ist die Stiftung Evangelische Jugendhilfe, wie deren Vorstand Klaus Roth auf Volksstimme-Anfrage bestätigt. Der Träger ist in der Alten Neustadt bereits an mehreren Stellen aktiv.

Angebotslücke schließen

Gerade erst wurde der 15. Geburtstag der Dreisprachigen Internationalen Grundschule gefeiert. Seit 2018 gibt es das Internationale Stiftungsgymnasium in der Agnetenstraße. Um die Lücke im Bildungsangebot zwischen diesen beiden Schulformen zu schließen, will die Stiftung nun zusätzlich eine Gesamtschule öffnen. Mit dem MWG-Grundstück bietet sich jetzt die Chance dazu, wie Klaus Roth erklärt. Im Gegenzug würde ein Anteil der Plätze für MWG-Mitglieder reserviert sein, wie Thomas Fischbeck sagt.

Mit der Idee sei er auch bereits zur Stadtverwaltung gegangen, sagt Roth weiter, die ebenfalls eine Gemeinschaftsschule im Winterhafen sowie eine Gesamtschule in der Innenstadt, möglicherweise am Uniplatz, bauen will. Wann das jeweils passiert, ist angesichts diverser Unwägbarkeiten derzeit noch offen.

Drei Klassen ab 2022

Drei Klassen könnte die Stiftung nun aber bereits ab dem Schuljahr 2022/23 unterrichten, wie Roth sagt. Denn im Stiftungsgymnasium werden demnächst diverse Räume frei, die übergangsweise von der Evangelischen Sekundarschule während der Sanierung ihres eigentlichen Gebäudes an der Freien Straße genutzt worden waren. Bis es tatsächlich eine eigenständige Schule an der Letzlinger Straße geben würde, könnten dort beide Schulformen parallel laufen.

Seit Jahren gibt es immer wieder Forderungen von Eltern und Stadträten nach einer dritten Gesamtschule in der Stadt, um die beiden bestehenden Schulen „Willy Brandt“ und „Regine Hildebrandt“ zu entlasten. Die Nachfrage nach dieser Schulform oder einem Platz an einem Gymnasium ist unverändert hoch.

Sporthalle wird benötigt

Für so viele Schüler wird auch eine Sporthalle benötigt. Auch dafür hat Klaus Roth ein Grundstück im Blick. Die Fläche an der Ecke Gröperstraße/Agnetenstraße ist seit dem Abriss eines Plattenbaus ungenutzt. Dort wäre ein idealer Platz, findet er. Deshalb sei man bemüht, auch mit der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft (Wobau) in ein Geschäft zu kommen.

Ob diese aktuell Pläne dafür hat, war von der Wobau nicht zu erfahren. In der Vergangenheit gab es die Idee für einen Nahversorger. Ob der noch realisiert wird, nachdem der benachbarte Edeka-Markt gerade erst ausgebaut wurde, ist aber fraglich.