Magdeburg l Büsche und Sträucher hatten sich in alle Himmelsrichtungen ausgebreitet. Zwischen den Fugen suchte Unkraut sich den Weg. Und mittlerweile lohnt es sich, Herbstlaub zu fegen. Das Technikmuseum war eine von 42 angemeldeten Aktionen, für die am Sonnabend Freiwillige gesucht wurden.

Herbert Hilbert engagiert sich mit seiner Schülerwerkstatt ohnehin für das Museum, doch für derartige Arbeiten bleibt einfach keine Zeit. Umso dankbarer waren Hilbert und Museumschef Wolfgang Schäfer vier Helfer zum Freiwilligentag begrüßen zu dürfen, die – wenn auch durchnässt – tapfer durchhielten. Zumindest solange bis aus den leichten Regenschauern kräftiger Dauerregen wurde.

Nein, gut hatte es Petrus mit den Freiwilligen wirklich nicht gemeint. Es regnete und regnete und ... Wer konnte, verlagerte die Arbeit ins Trockene oder suchte, wie es die Teilnehmer der interkulturellen Kaffeetafel in der Einsteinstraße taten, unterm Pavillon Schutz.

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Registriert: bei Anruf Hilfe

Hannelore Laudan störte der Regen nicht sonderlich. „Lieber Regen als brütende Hitze.“ Seit einigen Jahren nimmt sie am Freiwilligentag teil. „Einfach, weil's eine gute Sache ist.“ So habe sie bereits in einer Kita gemalert, im Familienhaus gepflanzt, in der Volkshochschule Rasen ausgesät und beim Hoffest in Buckau geholfen.

In diesem Jahr hat es sie in die Kleingartenanlage Reichsbahnsparte Buckau verschlagen, wo sie half einen Garten für Kinder anzulegen und einen Baum von seinen Äpfeln zu befreien. „Ich mache das wirklich gern. Es ist es ein schönes Gefühl, helfen zu können.“ Deswegen sei sie auch „Samstagshelferin“. „Ich habe mich in der Freiwilligenagentur registrieren lassen und werde informiert, wenn ich gebraucht werde.“ Da sie voll berufstätig ist, habe sie meist nur an Sonnabenden Zeit.

Die Freiwilligenagentur um Leiterin Birgit Bursee unterstützt Freiwillige, das passende Engagement zu finden. Mit mehr als 350 Einrichtungen stehe die Agentur in Kontakt.Der Freiwilligentag bietet zudem eine gute Gelegenheit in mögliche Ehrenämter und Projekte reinzuschnuppern. Denn von der Aufräum- und Putzaktion in Kita, Museum oder Verein bis hin zur Bastelstunde mit Senioren hatte es sehr unterschiedliche Möglichkeiten gegeben, für das Gemeinwohl etwas zu tun.

Basteln, backen, bauen

In der Magdeburger Theaterkiste beispielsweise wurden für das Weihnachtsmärchen Kostüme hergerichtet, im Garten der Wilhelm-Weitling-Gemeinschaftsschule Flächen für neue Pflanzen freigeräumt und im Atelier des Kunstvereins Zinnober sorgten Freiwillige für frisch geputzte Scheiben. In der Kita „Kleiner Rabe“ wurde der Boden für Spielgeräte bereitet und der vom Senioren Centrum Elbblick geplante Elbspaziergang ist wetterbedingt in einen Bingo-Vormittag verwandelt worden.

Vom nassen Wetter unbeeindruckt stellten Geflüchtete, die zurzeit in der Erstaufnahme Herrenkrug untergebracht sind, mit anderen Freiwilligen Bänke aus Euro-Paletten her und in Neustadt wurde ein Stadtteilspaziergang zum Müllsammeln genutzt.

Agenturchefin Birgit Bursee freut sich über so viel Engagement: „Viele Menschen engagieren sich regelmäßig und sind dann gern auch beim Freiwilligentag in ihrem Verein oder in ihrem Stadtteil dabei. Andere wollen mal ein Engagement ausprobieren und haben jetzt vielleicht Lust auf ein längerfristiges Tätigkeitsfeld bekommen.“

Über Erfahrungen und Möglichkeiten austauschen konnten sich die Helfer noch am selben Abend beim Dankeschöntreffen im Rathaus, für das Helfer gekocht und gebacken hatten – freiwillig versteht sich.

Wer Interesse an einem freiwilligen Engagement hat, findet Infos unter www.freiwilligenagentur-magdeburg.de, meldet sich direkt in der Einsteinstraße 9 oder unter Telefon 0391/ 5495840.