Nach Wiederinbetriebnahme dringend Geld für Werterhaltung benötigt

Freude beim Förderverein: Bürger spenden 10.000 Euro für größten Fahrstuhl der Stadt

Das Schiffshebewerk ist mehr denn je den Einwohnern der Region als
Industriedenkmal ans Herz gewachsen. Der Förderverein des
Schiffsfahrstuhls konnte die ersten 10.000 Euro an die Stadt Magdeburg
als Betreiber ausschütten - gespendet von Freunden des Hebewerks.

Von Rainer Schweingel

Magdeburg l Der Stahlkoloss ist zwar derzeit planmäßig außer Betrieb. Dennoch strahlt die Riesenbadewanne auch im Ruhezustand einen ganz besonderen Charme aus. Die Wasseroberfläche im Trog ist glattgezogen. Darin spiegeln sich die Türme mit ihren riesigen Spindeln und Toren. Ein Bild, das die Anlage noch gewaltiger erscheinen lässt als sie es ohnehin schon ist. Ringsum stehen am Tag der Scheckübergabe Neugierige und blicken interessiert auf die Konstruktion aus Beton und Stahl. Ein Reisebus hatte die Besucher hergefahren, um das Hebewerk zu bestaunen.

Für Rainer Nitsche ist genau diese Aufmerksamkeit fürs Hebewerk ein Beweis mehr, dass sich der unermüdliche Kampf der vergangenen Jahre gegen das drohende Aus der Anlage gelohnt hat. "Das Hebewerk ist schon jetzt ein wichtiger touristischer Anlaufpunkt. Diese Anziehungskraft wollen wir weiter nutzen. Die Chancen stehen gut, dass wir hier auch ein Besucherzentrum einrichten können, um Touristen vor Ort noch besser zu betreuen", kündigte Magdeburgs Wirtschafts- und Tourismusverantwortlicher an. Der Förderverein sei es zudem gewesen, der in den langen Jahren des Kampfes um die Wiederinbetriebnahme die entscheidenden Impulse gegeben habe. "Der Verein hat immer daran geglaubt und Mut gemacht, wenn es mal danach aussah, dass das Projekt scheitert." Das Gegenteil aber war der Fall. Im August wurden die ersten Schiffe wieder zwischen Mittellandkanal und Elbe gehoben und gesenkt. Seitdem gab es rund 100 "Fahrstuhlfahrten" mit Schiffen, in denen knapp 10000 Besucher saßen, bilanziert Rüdiger Hartewig vom Förderverein Schiffshebewerk.

Doch so schön die Zahlen auch sind - dahinter steckt neben viel Arbeit auch viel Geld. Mindestens 250000 Euro jährlich werden benötigt, um Betriebs- und Unterhaltungskosten an dem Bauwerk zu decken. Dafür engagieren sich viele: Stadt, Land, Bund, umliegende Gemeinden und Kreise - und eben auch der Förderverein. Der nahm jetzt beim Spendensammeln Anleihe bei den Aktivisten von Stern- und Hubbrücke. Ähnlich wie dort können nun auch beim Hebewerk Spender ein Metallschild erwerben, auf dem sie ihr Engagement fürs Hebewerk namentlich dokumentieren. In drei Größen und Preisen für 65, 750 und 1500 Euro können Spender Schilder erwerben und ihre Inschrift an der großen Spendertafel am Eingang zum Hebewerk anbringen lassen.

Der Verein jedenfalls ist froh, die ersten 10.000 Euro an die Stadt übergeben zu können. "Wir wollen die Arbeit der Stadt als Betreiber unterstützen. Dieses Geld soll dazu dienen, den Holzumlauf am Trog zu erneuern", sagte Rüdiger Hartewig vom Förderverein. Dafür rührt er mit seinen Mitstreitern, unter anderen Schatzmeister Achim Ulrich und Vereinsmitglied Reiner Riegg, kräftig die Werbetrommel.

Neueste Errungenschaft sind 5000 Werbeblätter, die ab sofort in den Bürgerbüros und den Sparkassen ausliegen. Damit wollen wir es Interessierten noch einfacher machen zu helfen. Praktischerweise enthält der Flyer gleich ein Formular für die Bestellung eines Schildchen samt Kontoverbindung. So hofft der Verein noch viele Euro für das Hebewerk sammeln zu können, damit auch 2014 und viele weitere Jahre der Betrieb des Hebewerks gesichert werden kann.

Kontakt zum Förderverein Schiffshebewerk und der Spendenaktion: Telefon 621 90 90 oder TechnischeDenkmale.de.