Straßenbahntrasse

Für Raiffeisenstraße ist 2018 das Ziel

Die Magdeburger Verkehrsbetriebe haben detailiert die Pläne für den Trassenbau in der Warschauer und Raiffeisenstraße vorgestellt.

Magdeburg l Während der etwa 70-minütigen Gesprächsrunde, zu der die SPD-Ortsvereine Süd und Reform/Südost in das Unternehmen regiocom eingeladen hatten, stand die anvisierte Trasse in der Warschauer und Raiffeisenstraße im Mittelpunkt. Geschäftsführerin Birgit Münster-Rendel und Lars Kersten von den Magdeburger Verkehrsbetrieben (MVB) erläuterten die Pläne. Die Kernpunkte:

Das Planfeststellungsverfahren für den 7. Bauabschnitt befindet sich noch in Arbeit. Es soll in Kürze abgeschlossen und anschließend öffentlich vorgestellt werden. Offen ist, wie die Linien mit der Fertigstellung der Straßenbahntrasse in der Warschauer und Raiffeisenstraße eingesetzt werden. Den Planungen werde wie üblich eine Kosten-Nutzen-Rechnung zugrunde liegen, so Birgit Münster-Rendel. „Dabei nehmen wir auch auf die Veränderungen in der Stadt Bezug, um eine Variante zu finden, welche die größte Nachfrage nach sich zieht“, sagte die MVB-Geschäftsführerin. Denkbar sei etwa, dass eine der Linien 2 und 8 direkt die Innenstadt ansteuert und eine tangential die Warschauer und Raiffeisenstraße bedient.

Die etwa 1,1 Kilometer lange Straßenbahntrasse verbindet die Buckauer Hauptverkehrsstraße, die Schönebecker Straße, mit der des Stadtteils Leipziger Straße. Sie ist wie jene, die derzeit in der Wiener Straße entsteht, ein Teilstück, um per Straßenbahn die gesamte Route von Europa- über West- und Südring, Wiener und Raiffeisenstraße bedienen zu können. Anvisierte Fertigstellung ist das Jahr 2018. Bis dahin soll die Trasse als sogenannter Bahnkörper in Mittellage entstehen. Im Bereich der Eisenbahnbrücke kommt es zu einer sogenannten Gleisverschlingung. „Für ein kurzes Teilstück wird die Straße einspurig“, so Birgit Münster-Rendel. 1090 Meter Doppelgleis werden in der Raiffeisenstraße verlegt und 570 Meter Doppelgleis in der Schönebecker Straße erneuert.

Drei Haltestellen sind als Doppelhaltestellen (gleiche Höhe für jede Fahrtrichtung) in der Warschauer und Raiffeisenstraße geplant. So etwa im Bereich des Puppentheaters. Dieser Halt werde „den Theaterbetrieb nicht stören“, so Lars Kersten von den MVB. Die Haltepunkte nördlich und südöstlich der Kreuzung Schönebecker Straße/Warschauer Straße werden versetzt. Alle Haltestellen werden barrierefrei errichtet und über einen Unterstand und ein modernes Fahrgastinformationssystem verfügen. Das heißt, dass Abfahrtszeiten in Echtzeit angezeigt werden.

Für den Trassenbau in der Raiffeisenstraße wird Platz benötigt, um die Mindestgrößen für Fahrbahn- sowie Fußgänger- und Radwegbreite einhalten zu können. Dafür wird ein Teil des Südfriedhofs genutzt. Genauer ein Streifen mit Grabstätten, die ungenutzt bzw. deren Liegezeiten abgelaufen sind. Eine Spezialfirma wird beauftragt, das Areal nach sterblichen Überresten zu untersuchen und diese gegebenenfalls umzusetzen. Der Stadtrat hatte diese Pläne abgesegnet. Auch ist geplant, die Bäume an der Straße für das Bauvorhaben zu fällen und nach Fertigstellung Ersatzpflanzungen vorzunehmen.

Nicht alle Parkplätze, die derzeit an der Raiffeisenstraße vorhanden sind, werden mit dem Umbau der Straße wiederhergestellt. Deutlich mehr als die Hälfte werden es sein, schätzte Kersten ein. Bäume und Parkflächen werden im Wechsel angeordnet. Der Wegfall von Flächen werde die ohnehin schon chaotischen Parkverhältnisse im Bereich des dichtbewohnten Wohngebietes verschärfen, meldeten sich Besucher zu Wort. „Beim Thema ‚Bäume und Parkflächen‘ bin ich im Zwiespalt. Wichtig ist, dass der Alleecharakter der Straße erhalten bleibt“, so Stadträtin Birgit Steinmetz.