Magdeburg l Der Bauboom in Magdeburg hält an – auch im privaten Häuslebau. Davon profitiert seit längerem auch der ostelbische Raum. Ob in Friedensweiler oder am Zuckerbusch. Einfamilienhäuser wachsen hier wie Pilze aus dem Boden. „Wir können gar nicht so schnell planen, wie es Interessenten gibt“, stellt Rolf Onnen, Architekt und Bauunternehmer, fest.

An der Berliner Chaussee wird Onnen, der in Magdeburg schon viele Projekte entwickelt hat, als Geschäftsführer und Mitgesellschafter der Garagenkontor Magdeburg GmbH & Co. KG aktiv.

Neues Eigenheimviertel für Magdeburg

Einen guten sechsstelligen Bereich investiert das Unternehmen allein für die Abrissarbeiten auf dem Gelände an der Bundesstraße 1. Es erstreckt sich direkt an der B1 zwischen Hohefeld Privatweg und Puppendorfer Weg. Der Stadtrat Magdeburg hat 2017 dazu bereits die Aufstellung des Bebauungsplanes (B-Plan) „Puppendorf/Berliner Chaussee“ beschlossen. Ziel: Entwicklung eines neuen Eigenheimviertels.

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Der B-Plan ist jetzt in Arbeit, bestätigt Rolf Onnen. Der Projektentwickler hofft, dass bis zum Ende 2018 Planungsreife besteht. Dann könnte schon Anfang 2019 mit dem Bau der ersten Einfamilienhäuser begonnen werden. Bis zu 50 sollen es am Ende werden, kündigt Onnen an.

Hohe Nachfrage in Magdeburg

Absatzprobleme dürfte er kaum haben bei der großen Nachfrage momentan. Onnen bezeichnet sie sogar als ein „irres Phänomen“.

Und noch einen Trend hat der Immobilienprofi ausgemacht: Es melden immer mehr junge Familien Interesse an einem privaten Eigenheim an. „Wenn ich früher gefragt habe, wie viele Kinderzimmer denn gewünscht sind fürs neue Heim, hieß es oft, die Kinder seien schon aus dem Haus. Heute stehen junge Familien mit kleinen Kindern vor mir, wollen zum Beispiel nach dem Studium in Magdeburg bleiben und ein eigenes Haus bauen“, berichtet Onnen.

Mehr Eigentum in Magdeburg

Vor Jahren noch hätten viele von ihnen Magdeburg nur als Durchgangsstation betrachtet. Das sei inzwischen doch oft anders, so Onnens Erfahrung. Diese Entwicklung sei für Magdeburg eine sehr gute. „Auch die Eigentumsquote steigt damit in der Stadt langsam an“, schätzt der Planer ein.

Ostelbien soll nun also weiter von dem Boom profitieren. Ob auch die größere Brache an der Bundesstraße 1 etwas weiter stadtauswärts (zwischen Puppendorfer Weg und Solarpark) noch für Eigenheime hergerichtet wird, ist im Moment unklar. Die Baulandgesellschaft Magdeburg hat das Gelände vor einigen Jahren erworben und dabei durchaus auch privaten Häuslebau im Blick gehabt.

Umnutzung weiterer Fläche

Daraus wurde bisher nichts. Offiziell wird das Areal noch als Gewerbegebiet geführt. Dafür hält sich die Nachfrage momentan jedoch in Grenzen. Perspektivisch sei deshalb auch hier eine Umnutzung vorgesehen, hieß es von dem Unternehmen. Konkret wurde es dabei allerdings noch nicht.