Magdeburg l Magdeburgs Cityhändler und die Gastronomen wollen sich vom Aus der deutschen Mannschaft bei der Weltmeisterschaft in Russland weder die Laune noch das Geschäft vermiesen lassen. „Wir sehen es sportlich. Deutschland ist raus. Aber unsere Party geht weiter“, sagt beispielsweise Mückenwirt Uli Bittner.

Der Gastronom hat am Elbufer in Magdeburg-Buckau eine große Videowand aufgebaut und zeigt auch weiterhin Spiele live. „Klar wäre es schön gewesen, wenn Deutschland weitergekommen wäre. Aber viel wichtiger fürs Geschäft ist es, dass wir dauerhaft schönes Sommerwetter haben. Da kommen die Leute mit oder ohne Fußball“, so Bittner und führt weiter aus: „Weitere Deutschlandspiele, aber dann vielleicht mit Regenwetter, würden auch nicht helfen.“

Magdeburger haben 20.000 Euro investiert

Ähnlich sieht es auch Christian Szibor von der Festung Mark. Die Organisatoren dort haben in diesem Jahr erstmals auf ein eigenes Fanfest in dem kleinen Park vor der Festung gesetzt und rund 20.000 Euro investiert. „Wir schwenken jetzt um und machen neue Angebote“, sagt der Festungschef.

Der Fanbereich vor der großen Leinwand werde zur Picknickwiese mit Gastronomie umfunktioniert. Gezeigt werden alle Spiele auch weiterhin live auf der Leinwand. In den Spielpausen um 18 Uhr zwischen den Achtelfinals werde zudem eine einstündige Doku über den Aufstieg des FCM gezeigt. „Zudem setzen wir auf die Studenten, von denen ja viele auch aus Ländern kommen, die noch dabei sind“, so Szibor weiter. Die Fanwiese sei jetzt mit Pool und anderen Angeboten ergänzt worden.

Gastronom profitiert vom WM-Aus

Auch die Cityhändler sehen das Aus der Deutschen bei der Weltmeisterschaft nicht ganz so dramatisch. „Wer vorher nicht auf Fußballfans gesetzt hatte, der profitiert von dem Aus sogar“, sagt IG-Innenstadtsprecher Arno Frommhagen. Er selbst ist einer dieser Gastronomen und konnte beobachten: Wenn Deutschland spielte, habe es weniger Kundschaft gegeben.

Insgesamt sei wirtschaftlich gesehen lang anhaltendes Terrassenwetter viel wichtiger als das Weiterkommen der deutschen Mannschaft mit ein paar zusätzlichen Spielen. „Weil so gutes Wetter ist, verzeichnen wir in der Außengastronomie einen Anstieg von 50 Prozent zum Vorjahr“, so Frommhagen. Einbußen gebe es dagegen beim Einzelhandel, der seine Fanartikel nun nicht mehr so loswerde wie geplant.

Kein WM-Trikot mehr verkauft

Das kann Sabine Grosse mit ihrem Intersport-Geschäft am Breiten Weg nur bestätigen. „Seit dem Aus haben wir nicht ein WM-Trikot verkauft. Wir hoffen etwas auf das Weihnachtsgeschäft, weil das Deutschland-Trikot ja noch ein paar Jahre das aktuelle Dress des Teams ist. “