Ihre Meinung?

Was macht einen lebendigen Domplatz aus? Liebe Leser, sagen Sie uns Ihre Meinung! Soll die Theaterbühne Zukunft auf dem Platz haben oder umziehen? Ist eine saisonale Gastronomie auf dem Platz eine vielversprechende Idee? Sind die Sitz- und Verweilmöglichkeiten auf dem Platz ausreichend? Haben Sie neue Ideen für die Belebung des Platzes? Was halten Sie vom Umzug des Weihnachtsmarktes vor den Dom?

Wir freuen uns auf Ihre Wortmeldungen per E-Mail an lokalredaktion@volksstimme.de, Kennwort „Domplatz“.

Magdeburg l Mehr Leben auf dem Domplatz – das ist schon lange erklärtes Ziel der Magdeburger Stadtpolitik und die alljährliche Bestellung des Platzes mit der Musicalbühne des Theaters inzwischen umstritten. Für diesen Sommer hat das Coronavirus das Theater-Open-Air vom Platz verbannt. Ein Gastronomenpaar stößt in die Lücke vor.

Stimmungsvolles Ambiente

Die Wasserspiele plätschern, die Aussicht ist grandios und schier unbezahlbar – wer dieser Tage an einem lauen Sommerabend auf dem Domplatz einkehrt, kann sich der Wirkung des Ortes nicht entziehen. Das „Il Capitello“, ein Restaurant am Platz, hat vor zwei Wochen einfaches Mobiliar auf den Platz geräumt und lädt zum Verweilen bei Speis und Trank ein. Ein Versuch.

„Wir denken darüber schon jahrelang nach und haben einige Ideen mehr, als nur ein paar Tische und Stühle aufzustellen“, sagt Gastronom Jan Bühmann. Wein und Snacks aus dem Überseecontainer oder ein historischer Citroën als Tresen. Nur mache keine Investition wirtschaftlich Sinn, wenn das Theater auch künftig von Mai bis Juli den Platz für sich allein beanspruche.

Bilder

Irritierte Gäste

„Bei uns haben sich regelmäßig Touristen über die ,Baustelle‘ geärgert“, erzählt Petra Bühmann, die mit ihrem Mann gemeinsam das „Il Capitello“ am Domplatz führt. Fans der vom Bauzaun umstellten Theaterbühne auf dem Platz sind beide längst nicht mehr, weil sie den Platz fürs Nicht-Publikum komplett verschließt – seit mehr als zehn Jahren. Die Debatte darum, ob der Platz weiter fürs Theater reserviert werden soll, tobt Jahr für Jahr lauter und kontroverser werdend durch Rat und Öffentlichkeit.

Aus der Not eine Tugend gemacht

In der Saison Corona hat das Theater die Domplatzbespielung mit regelmäßig mehr als eintausend Besuchern pro Tag absagen müssen. Die Bühmanns, selbst von der zurückliegenden Zwangsschließung geplagt, machen aus der Not eine Tugend und stoßen gastronomisch auf die Platzmitte vor. „Die Genehmigung von der Stadt haben wir völlig ohne Probleme und sofort bekommen“, berichtet Jan Bühmann. Der Publikumszuspruch sei aktuell, zwei Wochen nach Eröffnung der Domplatzterrasse – sie lädt täglich von 8 bis 20 Uhr, bei gutem Besuch auch länger ein –, noch sehr wechselhaft. „Da braucht man wohl etwas Geduld, bis sich das rumgesprochen hat“, bleibt das Gastronomenpaar gelassen

Freiraum-Möblierung

In der Sitzung des Magdeburger Stadtrates am 9. Juli 2020 bekommen die Domplatz-Wirte aus ganz verschiedenen Richtungen Unterstützung in Sachen Platzbelebung. Die Fraktion Grüne/future! schlägt nach Schließung des „Freiraumlabors“ im Nordabschnitt des Breiten Weges (Belebungsaktion bis 12. Juli 2020) den Umzug der dafür beschafften flexibel aufstellbaren Sitzmöbel und einiger weiterer Installationen auf den Domplatz vor – für mehr einladende Verweilqualität. „Toll“, finden die Bühmanns diese Idee und nehmen einmal mehr positiv überrascht zur Kenntnis, dass die SPD eigens für ihre Domplatzterrasse und die Besucherströme zwischen Dom und Hundertwasserhaus einen Fußgängerüberweg zur Platzmitte fordert.

Weihnachtsmarkt vor dem Dom

Eine dritte Initiative zur Platzbelebung im Winter kommt von der Fraktion Gartenpartei/Tierschutzallianz. Sie regt den Umzug des Magdeburger Weihnachtsmarktes 2020 auf den Domplatz an – für mehr Abstand in Corona-Zeiten.

Alle drei Ratsanträge stehen auf der Tagesordnung zur Sitzung am 9. Juli 2020. Die Bühmanns hoffen derweil darauf, dass die Magdeburger und Gäste ihr Terrassen-Provisorium für sich entdecken und ihr Versuch in eine allsommerliche Dauernutzung mündet.