Magdeburg l Noch trinken sie ihren Wein auf einer Baustelle. In wenigen Tagen soll sich die frühere Trabant-Truhe in der Halberstädter Straße 51 jedoch in ein Wein- und Spirituosengeschäft verwandeln, in dem zahlreiche Events geplant sind. Kino, Kurse, Konzerte, kleine Partys – in der 180 Quadratmeter großen ehemaligen Werkstatt haben David Zibold (31), Domenik Bogner (29) und Benjamin Gersbach (33) viel vor.

In erster Linie natürlich die Magdeburger zu Weinkennern auszubilden. Ein Anliegen, das Sommelier David Zibold vor viereinhalb Jahren mit nach Magdeburg brachte. Der 31-Jährige, der aus Bruchsal bei Karlsruhe stammt, entdeckte früh – wenn auch über Umwege – seine Affinität zum Wein. „Eigentlich wollte ich Koch werden“, verrät er. Doch mit seinem Wunsch von einer großen Familie sei das nicht vereinbar gewesen. Ein Job als Barkeeper und ein Studium des Wirtschaftsingenieurwesens führten ihn in die Eventbranche und gewissermaßen in die Weinberge. In Koblenz ließ er sich zum Sommelier ausbilden, machte seine Leidenschaft zum Beruf. In Magdeburg arbeitete er nun einige Jahre in einem Weinfachgeschäft.

Etwas Eigenes auf die Beine stellen

Das Bedürfnis, etwas Eigenes, Zeitgemäßeres auf die Beine zu stellen, brachte zunächst die Idee sogenannter Pop-up-Events hervor, aus der u. a. der Weihnachtsmarkt auf der Hubbrücke entstanden ist. Diesen hatte er bereits gemeinsam mit seinen Freunden auf die Beine gestellt.

Benjamin Gersbach lernte er bereits während des Studiums in Darmstadt kennen. Vor der Bekanntschaft mit David Zibold habe der 33-Jährige allerdings wenig mit Wein am Hut gehabt, verrät er. Erst durch die Freundschaft mit dem Sommelier ist er für den Genuss der Feinheiten sensibilisiert worden. Ähnlich erging es dem Dritten im Bunde – Domenik Bogner.

Der bei den Kulturinitiativen „Tor5“ und „Magdeboogie“ Aktive, dessen Weg sich bei Alexander Kusserow im Getränkefeinkost mit dem von David Zibold kreuzte, ist eher auf Pizzen aus dem eigenen nepalesischen Pizzaofen spezialisiert. Eines eint sie: Aus etwas Einfachem wollen sie mit gutem Handwerk etwas qualitativ Hochwertiges herstellen. Da machen sie keine Kompromisse, woher sich auch der Name des Trios „Basta.“ ableitet.

Während das Gespann in der künftigen Wein-Truhe werkelt, hat sich bereits ein großes Netzwerk um sie gestrickt. So machen sie gemeinsame Sache u. a. mit Mademoiselle Cupcake, Tina Post, mit den „Lulus“ Elena Gaidamacha und Julius Fritsch (Botanica), mit Chris Renard und Sebastian Przylusik (Soultunes), Bäcker Marcus Ostendorf und Brauer Robert Kellermann (Brewckau). Mit Letzterem haben sie bereits ein Wein-Bier „gebraut“.

Experimentierfreude liegt in den Genen

Die Experimentierfreude ist übrigens etwas, das allen dreien in den Genen liegt. Ein Whisky-Wein sei beispielsweise das Nächste, das sie kreieren wollen. Doch zunächst liegt noch jede Menge Arbeit vor ihnen. Am 4. Mai wollen sie zum „Pre-Opening“ einladen. Gäste besuchen sie jedoch schon auf der Baustelle. Andreas Schumann vom Weingut Odinstal, der seine Reben u. a. mit Kräutertee gießt, war beispielsweise jüngst zu Besuch. Klar, auf ein Gläschen Wein.

Wer allerdings denkt, die drei schwören anderen Getränken ab, der irrt. „Zum Feierabend auf der Baustelle gehört das Bier“, verrät Benjamin Gersbach.