Magdeburg l „Pizza, Klöße, Döner – zusammen ist es schöner“ und „Liebe für alle“: Die Schüler der Berufbildenden Schule „Dr. Otto Schlein“ haben zahlreiche bunte Tücher gestaltet, mit denen sie sich klar gegen Rassismus positionieren.

Zur Verleihung des Titels „Schule mit Courage“ durch Maik Reichel, Direktor der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt, zeigten die Schüler, was außerdem in ihnen steckt: Sie sangen Lieder über Friedenstauben, entsandten Luftballons in den Himmel, rappten und trugen Poetryslam-Texte vor - und sprachen sich so für ein friedliches Miteinander aus.

Vertrauenslehrerin rief Projekt ins Leben

Rassismus sei übel, das wisse jeder, sagte Jannik Motzka, angehender Physiotherapeut im zweiten Ausbildungsjahr. „Ich finde es super, wenn Schulen ein Zeichen gegen Rassismus setzen. Wenn man dann Teil einer solchen Schule ist, ist das schon etwas Starkes“, fand der 20-Jährige.

Initiiert wurde das Projekt von Nadja Schmidt, die seit sieben Jahren Vertrauenslehrerin an der Schule ist. Die Schule mit Courage ist für sie eine Herzensangelegenheit. „Seitdem ich denken kann, kämpfe ich gegen Menschenfeindlichkeit“, sagte sie. Schon früher organisierte sie Schulfahrten zu Gedenkstätten und wurde zusammen mit ihren Schülern kreativ gegen Hass und Gewalt.

„Solche Projekte sind sehr schwer an einer Berufsschule umzusetzen. Dadurch, dass die Schüler nicht lange hier sind, bekommt man kaum Kontinuität rein“, erklärte sie.Dennoch seien die Schüler stets motiviert bei der Sache gewesen.

Schüler verpflichten sich zu aktivem Handeln

„Wichtig ist, dass man Sensibilisierung schafft und Menschen erreicht, die in einem vernünftigen Alter sind, darüber nachzudenken, verantwortungsvoll zu handeln.“

Auch in Zukunft will Schmidt ihre Projektarbeiten an der Berufsschule fortsetzen. So ist für Ende Oktober die nächste Gedenkstättenfahrt, dieses Mal zum Vernichtungslager Treblinka in Polen, geplant.

Die Projekte dienen auch dazu, den Courage-Titel behalten zu können.

Voraussetzung für die Auszeichnung ist, dass sich mindestens 70 Prozent aller Schüler sowie Lehrer dazu verpflichten, gegen Gewalt, Rassismus und Diskriminierung einzutreten.

145 Schulen im Netzwerk

Die „Dr. Otto Schlein“-Schule ist die erste Berufsbildende Schule in Magdeburg, die den Titel erhält. Mit ihr gibt es inzwischen aktuell 145 Schulen in Sachsen-Anhalt, die Teil des Courage-Netzwerkes gegen Rassismus sind.

Als erste Einrichtung im Land wurde 2003 die Sekundarschule „Völkerfreundschaft“ in Köthen in die Reihe aufgenommen.