Magdeburg l Die Passanten, die den Breiten Weg entlangschlendern, werden in der Regel davon gar nichts mitbekommen, dass sie gerade gezählt werden. Dabei werden sie auch nicht fotografisch abgelichtet, sondern sie durchlaufen eine Lichtschranke. Die Stadt Magdeburg plant, die Kunden- und Passantenströme in Magdeburg zu ermitteln.

„Auf welche Technik wir genau dabei zurückgreifen, ist noch nicht entschieden. Wir haben uns verschiedene Systeme angesehen“, sagt Wirtschaftsbeigeordneter Rainer Nitsche. Ziel sei es, einen genaueren Überblick über die Situation des Einzelhandels in Magdeburg zu bekommen. Dazu gehöre es auch, zu wissen, wie sich die Käuferströme in Magdeburg entwickeln.

Welchen Einzugsbereich hat Magdeburg?

Man könne so etwa feststellen, wie der Nord- oder der Südabschnitt des Breiten Wegs von Kunden angenommen würde. Das gleiche Prinzip lasse sich auch in den Stadtteilzentren anwenden.

 „Das reine Personenzählen ist aber nur die eine Möglichkeit, über sogenannte Postleitzahlenabfragen in Geschäften soll auch ermittelt werden, wo die Kunden herkommen und wie groß der Einzugsbereich von Magdeburgs Einzelhandel ist“, so Nitsche. Auch sollen die Kunden ganz gezielt zu ihren Wünschen an den Einzelhandel befragt werden.

Wo stehen Geschäfte in Magdeburg leer?

Daneben gibt es noch weitere wichtige Daten. So soll regelmäßig ermittelt werden, wie viele Geschäfte in Magdeburg leer stehen und wie sich die Zahl bei den Gewerbean- und -abmeldungen entwickelt. Auch über Autokennzeichen könnte herausgefunden werden, wo überall her die Einzelhandelskunden nach Magdeburg kommen.

Ziel dieses groß angelegten Monitorings solle es sein, so Rainer Nitsche, genügend Daten zu bekommen, um durch sinnvolle Maßnahmen den Einzelhandel in Magdeburg zu stärken. Um die Stadt nachhaltig als Einkaufsstandort attraktiv zu machen, seien spezielle Angebote und flankierende Maßnahmen notwendig. „Wir müssen allerdings erst einmal genau wissen, wie die Lage ist“, sagt der Wirtschaftsbeigeordnete.

Start zur Datenerhebung schnellstmöglich

Mit der Erhebung der Daten solle so schnell wie möglich begonnen werden. Dazu bedürfe es allerdings auch eines klaren Stadtratsvotums. „Um die gesammelten Daten zu analysieren und zu ordnen, ist eine 25-Prozent-Personalstelle im Wirtschaftsdezernat notwendig. Damit muss sich der Stadtrat Magdeburg befassen“, sagt Rainer Nitsche.

Dass das Interesse im Stadtrat nach besseren Einzelhandels-Daten besteht, beweist ein Antrag von Bündnis 90/Die Grünen. Die Fraktion fordert, dass quartalsweise dem Stadtrat über die Entwicklung des Innenstadthandels berichtet werde.

 „Das liegt auch ganz in unserem Interesse, allerdings ist eine quartalsweise Berichterstattung doch etwas zu eng getaktet“, so der Wirtschaftsbeigeordnete.