Magdeburg l Für ein Alkoholverbot im öffentlichen Bereich am „Hassel“ will die Stadtverwaltung Magdeburg einen neuen Versuch unternehmen. Das ist eines der wichtigsten Ergebnisse eines Treffens von Gastronomen des Hasselbachplatzes und der Stadtverwaltung. OB Lutz Trümper kündigte an, den Wunsch der Gastronomen erneut aufgreifen zu wollen und an die Landespolitik weiterzuleiten.

Der Landtag muss den rechtlichen Rahmen für Alkoholverbote in der Öffentlichkeit schaffen, damit Städte sie an Problemzonen verhängen können. Vor Jahren war die Stadt Magdeburg genau an diesem Punkt mit ihrem Alkoholverbot gescheitert. Ein Gericht hatte das Verbot für rechtswidrig erklärt.

30 Magdeburger Gastronomen dabei

Der Einladung von OB Lutz Trümper waren rund 30 Betreiber von Lokalen der Kneipenmeile gefolgt.

Über die Ergebnisse informierte am Montag lediglich die Stadtverwaltung. Danach hätten sich die Gastronomen über die gemeinsamen Streifen von Polizei und Ordnungsamt Magdeburg gefreut. Allerdings habe sich die Problemzeit nun auf nach 1 Uhr morgens verlagert, weil da die Beamten nicht mehr so präsent seien. Ein kompletter Nachtdienst sei deshalb notwendig.

Spätshops seien Problem

Die Gastronomen hätten zudem erneut die Existenz von Spätshops als eine Ursache ausgemacht. Dadurch würde die Zahl alkoholisierter Personen hoch bleiben, die durch Lärm, Wildpinkeln und Belästigen von Passanten dem Ansehen des Platzes schadeten.

Ein nächster Schritt soll eine weitere interne Runde, dieses Mal zwischen Verwaltung, Gastronomen, Polizei und Landtagsabgeordneten aus Magdeburg sein.

Mehr Fußgängerzone

Außerdem sollen mehr Bereiche des Platzes als Fußgängerzone ausgewiesen, die Beleuchtung verbessert und mehr Kulturangebote gemacht werden. Trümper sagte deshalb seine Unterstützung für das zweite „Hassel-Fever“ am 23. November 2018 zu.

Arno Frommhagen, IG Innenstadtsprecher: „Der Schwarze Peter liegt bei der Landespolitik. Sie muss ein Alkoholverbot am ‚Hassel‘ ermöglichen, das die Kommune verhängt und die Polizei durchsetzt.“ Dies sei der einzige Weg.

Imageschaden für Magdeburger Hassel

Gastronom Olaf Bernhard („Curry 54“) hat da nicht so viel Hoffnung: „Es wurde schon so viel gequatscht über viele Jahre, aber nichts ist passiert. Jetzt wollen alle den Aufwacher spielen. Der Imageschaden ist längst da, wenn Eltern ihren jugendlichen Kindern sagen: Da gehst du nicht hin.“