Kunst am Bau

Graffiti für Tunnel kommen mehr als ein Jahr später

Corona hat die Jury zur Prämierung der Kunst für Widerlager der Eisenbahnbrücken am Magdeburger Tunnel um Monate ausgebremst. Jetzt sollen die Graffiti 2022 kommen.

Von Martin Rieß 09.08.2021, 00:33
Noch steht hier ein Bauzaun auf der Tunnelbaustelle Magdeburg. Doch schon bald soll die Wand dahinter mit Graffiti gestaltet werden.
Noch steht hier ein Bauzaun auf der Tunnelbaustelle Magdeburg. Doch schon bald soll die Wand dahinter mit Graffiti gestaltet werden. Foto: Martin Rieß

Magdeburg - Zwar handelt es sich beim Tunnel am Magdeburger Hauptbahnhof in erster Linie um einen Zweckbau. Doch gänzlich außer Acht gelassen werden auch hier ästhetische Aspekte nicht: Unter anderem sprechen Klinkersteine, die Gehwegplatten, die noch zu installierende Beleuchtung und die Bepflanzung an einigen Stellen dafür. Zudem sollen die Betonflächen der Widerlager unter den Brücken mit Graffiti gestaltet werden. Dazu war 2020 ein Wettbewerb ausgerufen worden, der vom Zeitplan inzwischen durcheinandergekommen ist.

Zu entnehmen ist das einer Stellungnahme aus der Magdeburger Stadtverwaltung. In dieser heißt es im Einzelnen: „Aufgrund der mit der Bekämpfung der Corona-Pandemie einhergehenden gesetzlichen Vorgaben und Verordnungen musste der geplante Termin für die Preisgerichtssitzung im Rahmen der 2. Stufe des Wettbewerbes am 10. Dezember, am 2. Februar, am 24. März und auch am 28. April leider abgesagt werden.“ Das Preisgericht werde nach derzeitigen Planungen erst nach den Sommerferien tagen und den aus den Wettbewerbsergebnissen der zweiten Stufe als Siegerentwurf hervorgehenden künstlerischen Beitrag zur Verwirklichung empfehlen.

Geplant war eine Umsetzung ursprünglich für Juli 2021

In der Auslobung des Wettbewerbes zur künstlerischen Gestaltung der Brückenwiderlager der Eisenbahnüberführung Ernst-Reuter-Allee am 20. April 2020 war als Zeitpunkt für den Beginn der Realisierung des Kunstwerks eigentlich der 2. Juli 2021 festgelegt worden. Eine Umsetzung wird nun aber auch nicht gleich nach dem Juryentscheid nach den Sommerferien möglich sein. Der Grund: Die Arbeiten an der Wandgestaltung dürfen anderen Arbeiten nicht im Weg stehen. Und vorrangig wird es in den kommenden Monaten erst einmal darum gehen, die Fuß- und Radwege zu pflastern. Sie sind schließlich für die Nutzbarkeit des Tunnels im Gegensatz zur Wandgestaltung unabdingbar.

Die Folge dieser Rahmenbedingungen ist eine weitere zeitliche Verschiebung des Projekts zur Kunst am Bau: „Im Ergebnis dieser neuen Einordnung in den Bauablauf ist nunmehr festzuhalten, dass die Realisierung des Kunstwerkes erst im Zeitraum April bis September des kommenden Jahres erfolgen kann“, ist die Schlussfolgerung aus den Überlegungen laut der Stellungnahme aus der Magdeburger Stadtverwaltung.

Sieben Vorschläge haben es bis ins Finale geschafft

Im Rahmen des zweistufigen Wettbewerbsverfahrens hatten es sieben Vorschläge in die Endauswahl geschafft. Diese waren bereits im September in der Magdeburger Volksstimme veröffentlicht worden. Zu sehen sind auf den sehr unterschiedlichen Vorschlägen sowohl abstrakte farbige und einfarbige Strukturen, aber auch Gegenständliches wie eine Anmutung der Bauzeichnungen für die Bahnanlagen oder Motive von Schienenfahrzeugen, die ein paar Meter weiter darüber auf den Gleisen der Deutschen Bahn verkehren könnten.