Magdeburg l In den Diskussionen um die Zukunft der Aerosol-Arena könnte es nun doch noch eine Wendung geben. Geschäftsführer Dennis Rodenhauser von der Firma „Yes, and ... productions“ bestätigte gegenüber der Volksstimme, dass ein tragfähiges Konzept für das Areal gesucht werde. Das Büro, das sowohl in Magdeburg als auch in Berlin sitze, habe den Auftrag vom Eigentümer des Geländes im Industriehafen erhalten.

Büro hat Erfahrung mit Graffiti-Projekten

Laut Rodenhauser seien an der Aerosol-Arena beteiligte Personen willkommen, sich weiter in dem Projekt zu engagieren. Ob dieses auch in Zukunft den Namen Aerosol-Arena tragen wird, ist völlig offen. Und auch wie das Gelände genutzt werden wird, steht noch nicht fest. Das Büro hat jedoch bereits Erfahrung mit Graffiti-Projekten. „Mit Kunst im urbanen Raum begeistern wir Menschen – und stellen dabei höchste Ansprüche an Kreation, Leistung und Innovation. Ob mit Murals in öffentlichen oder spezifischen Kunstworkshops und Kultur- events, wir schaffen Orte der Begegnung und Kreativität“, heißt es auf der Internetseite des Büros.

Zeitnah soll es nun ein Gespräch mit dem Magdeburger Kulturbeigeordneten Matthias Puhle geben. Puhle hatte bereits bei Facebook auf ein Büro verwiesen, das beauftragt worden sei, ein Konzept zu entwickeln. Gegenüber der Volksstimme bestätigte er auf Nachfrage, dass es einen Gesprächstermin geben werde. Außerdem machte er noch einmal deutlich, dass die Stadt großes Interesse an der Aerosol-Arena gehabt habe und diese auch ein Baustein der Kulturhauptstadtbewerbung sein sollte. Jedoch hinge die Bewerbung nicht allein an diesem Projekt, so Puhle weiter.

Wie groß das Ansehen des Graffiti-Projektes ist, zeigte sich jüngst auch im Fußball, als der Block U in der MDCC-Arena ein Banner spannte, auf dem stand „Kulturhauptstadt ohne Subkultur – Aerosol-Arena erhalten“.

Eigentümer will nichts Konkretes sagen

Die Volksstimme hat auch mit dem Eigentümer des Geländes gesprochen. Er bestätigte, dass eine Hausverwaltung das Gelände betreue. Zu weiteren Fragen wollte er keine Statements abgeben und auch nicht namentlich genannt werden.

Vor zwei Wochen war bekannt geworden, dass das Projekt Aerosol-Arena beendet ist. Die einstigen Initiatoren wollten es nicht weiterführen. Sie hatten gehofft, 20 000  Euro für eine Machbarkeitsstudie zu bekommen. Die Stadt habe jedoch immer wieder neue Aktualisierungen und Überarbeitungen eingefordert, so dass die Betreiber schließlich ankündigten, ihr Engagement zu beenden. Sie untersagten zudem der Stadt weiter mit dem Projekt oder dem Namen zu werben. Die Aerosol-Arena war ein international bekanntes Graffiti-Projekt, das Street-Art-Künstler aus der ganzen Welt anlockte.