Magdeburg l Kilometerweit war die tiefschwarze Rauchsäule zu sehen, die Karfreitag im Magdeburger Norden gen Himmel stieg. Eine 700 Quadratmeter große Halle des Baumaschinenverleihs Boels war in Brand geraten. Nun erfolgte die Brandursachenermittlung durch Polizeibeamte des Revierkriminaldienstes im Zusammenwirken mit einem Mitarbeiter einer unabhängigen Forschungsagentur sowie dem Objektmanager der geschädigten Firma. Eher sei das nicht möglich gewesen. Zu viele Glutnester habe es noch gegeben, erklärt Martin Witte, Gebietsleiter des Unternehmens.

Im Ergebnis der Untersuchung könne eine Brandstiftung gegenwärtig ausgeschlossen werden, teilte die Polizei am Dienstag mit. Die Spuren deuten vielmehr auf eine technische Ursache hin.

Abreißen, neu bauen und die Halle erweitern

Die Halle indes liegt gänzlich in Schutt und Asche. Sie zu betreten, sei lebensgefährlich. „Wir können das Ganze nur noch abreißen und komplett neu aufbauen“, sagt er. Das sei, so habe man sich mit der Geschäftsführung des niederländischen Unternehmens verständigt, auch geplant. „Zum Grundstück gehört noch etwas mehr Land, so dass wir die Halle an der Stelle neu bauen und sogar erweitern werden.“

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Bis es so weit ist, wird der Maschinen- und Werkzeugverleih am Silberbergweg provisorisch in Containern und Zelten fortgesetzt. Zumindest so lange, bis ein Ausweichquartier bezogen wurde. „Wir haben mehrere Optionen, befinden uns derzeit jedoch noch in Gesprächen, so dass wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen können, wo sich das Ausweichquartier befinden wird.“

Was Martin Witte jedoch sagen kann: Alle Maschinen und Werkzeuge, die vor dem Brand angeboten wurden, stehen bereits wieder zur Verfügung. Man habe sie aus dem niederländischen Zentrallager und benachbarten Filialen erhalten, erklärt er. Auch seine sieben Mitarbeiter müssen nicht um ihren Job bangen.

Messwerte unterhalb gefährdender Grenzwerte

Auf etwa drei Millionen Euro wird die Schadenshöhe bisher geschätzt. Die genaue Summe könne Martin Witte allerdings noch nicht beziffern, da vermutlich noch Einsatzkosten hinzukommen.

Mehr als 100 Einsatzkräfte waren an den Löscharbeiten des Großbrandes am 19. april 2019 beteiligt. Da vor Ort die Wasserversorgung nicht ausreichte, musste die Feuerwehr Wasser über eine Distanz von 400  Metern über drei Schlauchleitungen heranholen. Der Löscherfolg habe sich letztlich aber schnell durch die Verwendung von Schaum eingestellt, heißt es im Bericht von Einsatzleiter Brandoberrat Armin Hilgers.

Zwar wurden Anwohner gebeten, Türen und Fenster geschlossen zu halten, doch Sorgen, dass enorme gesundheitliche Gefahren davon ausgehen würden, konnte die Feuerwehr negieren: „Der Messzug der Feuerwehr führt am Brandort und in Richtung der Rauchausbreitung Messungen durch. Es konnte eine Geruchsbelästigung wahrgenommen werden, die Messwerte lagen jedoch alle unterhalb der gefährdenden Grenzwerte.“