Magdeburg l Wie steht es um die Tunnelbaustelle in Magdeburg? Mit einer Übersicht hat die Magdeburger Stadtverwaltung jetzt darüber informiert, wo welche Arbeiten erledigt sind.

Demnach sind im Bereich der neuen Brücken bereits die Tunneldecken und die aus Bohrpfählen zusammengesetzten Seitenwände komplett. Weit vorangekommen sind die Arbeiter beim Bau dieser Elemente in den vergangenen Monaten auch am Kölner Platz – der auch nach Abschluss der Arbeiten nicht wieder als Parkplatz genutzt werden kann – und im Bereich des Damaschkeplatzes sowie an der Einfahrt zum City Carré.

Brücken werden abgerissen

Noch nicht so weit sind die Bauleute auf der nördlichen Seite an der Einmündung der Brandenburger Straße sowie unter den Brücken für die Gleise 1 bis 5 auf dem Magdeburger Hauptbahnhof. Hier warten die Brückenbauer auf den Abriss der alten Stahlkonstruktionen.

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Die Deutsche Bahn wird die alten Bauwerke in den kommenden Wochen aus den Lagern heben. Zuvor können die Tunnelbauer noch nicht zum Zug kommen, da ansonsten der Platz für die übergroßen Bohrmaschinen, mit denen die Bohrpfähle gebaut werden, nicht ausreichen würde.

Nach Tunneldecke kommt Tunnelröhre

Wenn Tunneldecke und Seitenwände komplett sind, werden oben die Straßenbahnschienen montiert. Unterhalb kann dann der Aushub der Tunnelröhre und der Bau des Tunnelbodens sowie der Fahrbahnen beginnen.

Bevor die Tunnelbohrer im Bereich der Brandenburger Straße zum Einsatz kommen können, müssen die Häuser am Straßenrand gesichert werden. Wie Tiefbauamtschef Thorsten Gebhardt berichtete, geht es bei den Gebäuden Ernst-Reuter-Allee 38 bis 40 derzeit darum, Anker einzubauen und dann den Untergrund mit Hochdruck­injektionen zu stabilisieren.

Dicke Bohrpfähle notwendig

Bei dieser Methode wird eine spezielle Zementmischung in Hohlräume gepresst. Dieses Verfahren war auch zur Stabilisierung der Mauern im Bereich der Brücken zum Einsatz gekommen. Die entsprechenden Arbeiten sind an der Ernst-Reuter-Allee 42 – der ehemaligen Feuerwache Mitte – bereits erfolgt. Hier können die Riesenbohrer die Bohrpfähle in den Boden einbringen.

Da jedenfalls die Breite des Tunnels nicht verringert werden kann, müssen die nun dickeren Bohrpfähle näher als zunächst vorgesehen an den Hauswänden gebaut werden.

Planungsfehler lässt Kosten steigen

Diese waren zwar von den Planern für den Betrieb des Tunnels ausreichend dimensioniert – für die Bauzeit aber, wo noch der stabilisierende Tunnelboden fehlt, waren die Pfähle zu schwach. Die Umplanungen und zusätzlicher Aufwand dafür sind ein wichtiger Grund, warum die Tunnelkosten zuletzt auf 139 Millionen Euro in die Höhe geschnellt sind.

Was die Stabilisierung der Gebäude angeht, bekräftigte Magdeburgs Baubeigeordneter Dieter Scheidemann, dass diese Arbeiten nicht mit einem weiteren Kostenanstieg verbunden sind: „Die Kosten sind in den 139 Millionen Euro enthalten.“

Suche nach Chef für Tunnelbau

Nach wie vor läuft seitens der Magdeburger Stadtverwaltung derweil die Suche nach einem Manager des Bauvorhabens. Der Chefposten war bereits zweimal besetzt worden, doch der letzte Amtsinhaber hatte den Posten noch während der Probezeit aufgegeben.