Magdeburg l Zuletzt hatte Kunstspediteur Tilo Kempa den neuen Louvre in Abu Dhabi mit wertvollen Exponaten ausgestattet. „Werke im Wert von 40 Millionen Euro bewegt unser Unternehmen sonst“, sagt der Fachmann für den Transport von Kunst aller Art. Am 29. Januar 2018 hatte er zwar keine ganz so teure Fracht auf seinen Lkw geladen, aber historisch wertvoll war sie doch. Er brachte knapp 200 kleine und große Ausstellungsstücke vom Friseurmuseum in der Beimssiedlung in Magdeburg zum Landesmuseum nach Braunschweig.

Die Exponate werden Teil der neuen Sonderschau „Eva’s Beauty Case & Adam’s Necessaire. Schmuck und Styling im Spiegel der Zeiten“ sein, die vom 22. Februar bis 12. August in Magdeburgs Partnerstadt zu sehen sein wird. Sie zeigt, wie sich über die Jahrhunderte die Art und Weise verändert hat, wie sich die Menschen schmücken.

Bewunderung fürs Ehrenamt

Dass die Magdeburger Frisierwerkzeuge neben vielen weiteren Stücken aus Museen aus ganz Deutschland dabei sind, ist Heike Pöppelmann zu verdanken. Sie war bis 2010 am Kulturhistorischen Museum tätig und kennt das Friseurmuseum deshalb. „Ich war ganz begeistert bei meinem Besuch vor ein paar Jahren. Wie viel Wissen dort gesammelt wurde, ist großartig. Und das alles rein ehrenamtlich“, sagt sie mit Bewunderung. Unter anderem macht das Friseurmuseum mit seinen Veranstaltungen zum Bart auf sich aufmerksam.

Ein Bereich der Sonderausstellung wird sich dem Thema Frisur von der Steinzeit bis heute widmen. Dort passen die Röhrenfingerhaube, der Rasierspiegel und der filigrane Duftflakon von Anfang und Mitte des 20. Jahrhunderts bestens rein. „Wir konnten zwar einen Frisiersalon aus den 1950er Jahren bekommen, hatten aber keine Ausstattung dafür“, berichtet Heike Pöppelmann. Das Friseurmuseum konnte mit seinem reichhaltigen Fundus aushelfen.

Aktionstag für die Familie

Barbara Psoch und ihre Mitstreiter aus dem Friseurmuseum sind zur Eröffnung der Ausstellung eingeladen. Geplant ist auch ein Aktionstag für die ganze Familie zum Thema Frisur, bei dem sie mit ihrem Fachwissen glänzen können, hofft Heike Pöppelmann. In Magdeburg jedenfalls haben ganze Familien schon längst Begeisterung für das Friseurmuseum gefunden. Und klar ist auch: Neue Exponate sind immer wieder willkommen.

Für sie ist Schmuck in allen Formen „typisch Mensch“. „Es macht uns aus, dass wir unsere Ausdrucksform verstärken wollen“, sagt sie. Die frühesten Spuren von Veränderungen am Körper reichen 300.000 Jahre zurück.