Magdeburg l Der braune Mischlingshund mit den verschiedenfarbigen Husky-Augen sitzt friedlich in seinem Zwinger. Bei seiner Geschichte können die Helfer der Tierrettung nur traurig mit dem Kopf schütteln. Ein 41-jähriger Magdeburger hat das Tier offenbar über einen längeren Zeitraum auf die Jagd nach Wild geschickt (Volksstimme berichtete). Zeugen hatten am vergangenen Freitag beobachtet, wie Rehe auf der Flucht vor dem Mischling in die Elbe gesprungen waren. Sie alarmierten nach der Hetzjagd die Polizei.

Die Beamten fingen den Hund gemeinsam mit der Tierrettung ein. Nun ist der Mischling im Tierheim Magdeburg untergebracht. Der Hundehalter muss sich mit mehreren Anzeigen auseinandersetzen.

„Leider ist das kein Einzelfall“, sagte Jan Driesnack von der AG Wildtiere der Volksstimme. Ihn würden häufiger Meldungen von Hundebesitzern erreichen, die ihre Tiere gezielt auf Wild hetzen würden. „Da wird gleich gegen mehrere Gesetze verstoßen“, sagt Driesnack. In erster Linie gilt Leinenpflicht für Hunde. Ohne Leine dürfen sich die Vierbeiner nur in gekennzeichneten Flächen bewegen. Wer das nicht beachtet, muss mit Bußgeld rechnen. In diesem konkreten Fall dürfte der Besitzer aber noch gegen das Naturschutzgesetz und die Jagdschutzbestimmungen verstoßen haben. „Es ist eine Ermessensfrage, wie das bewertet wird“, sagt Driesnack. Wenn die Jagd gezielt und regelmäßig stattfand, könnte der Hundehalter gar wegen Wilderei belangt werden.

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Ganz anders verhält es sich beim Fall von „Vincent“. Der vierjährige Rüde war das Ziel einer großangelegten Suchaktion, die seit drei Tagen die Hundefreunde in der Stadt in Atem hielt. Am Sonnabendmorgen war er in einem unbeobachteten Augenblick vom Grundstück seiner Besitzer in Nordwest gelaufen und ist seitdem in der Stadt unterwegs gewesen.

Ein weißer Schäferhund ohne Leine erregt verständlicherweise einige Aufmerksamkeit. Meldungen über angebliche Sichtungen gab es viele, an der Tangente, im Milchweg, am Flora-Park soll er u. a. gesehen worden sein. Der Tierschutzverein Salzlandkreis und der Verein Tasso organisierten über das Internet eine Suche, die Familie und freiwillige Helfer folgten den ganzen Tag den Hinweisen und richteten Futterstellen ein. Hoffnung gab es trotz der Kälte: Für einen kanadischen Schäferhund sind Minustemperaturen kein Problem; auch zu Hause schlief Vincent im Freien. Versuche, ihn zu fangen, gestalteten sich schwierig, da der Rüde sehr scheu war. Am Montagabend erreichte die Redaktion die traurige Nachricht, dass Vincent tot an der Bahnstrecke, in der Höhe Barrosee gefunden wurde.