Magdeburg l Da, wo bis in die Nachwendezeit zwei 16-Geschosser in die Höhe ragten, wo das Metropol die Gäste anlockte und wo heute ein großer Parkplatz vor sich hin staubt, soll ab dem Jahr 2018 ein neues Hochhaus in die Höhe wachsen. Eigentümer ist die Magdeburger Wohnungsgenossenschaft (MWG), die neben dem Gebäude ein ganzes Viertel in die Höhe ziehen möchte.

Bebauungsplan ist das Ziel

Für das Vorhaben beginnt jetzt der offizielle Weg durch Verwaltung und Stadtrat mit dem Ziel, einen entsprechenden Bebauungsplan aufzustellen. Zwar gab es bereits Pläne für ein anderes Projekt für Wohnbebauung an dieser Stelle. Doch mit einem Zwanziggeschosser werden dessen Vorgaben und auch die benachbarte Bebauung deutlich überschritten. In einem Papier des Stadtplanungsamtes heißt es daher zwar: „Die Wiederherstellung des städtebaulichen Identifikationspunktes in der Sichtachse der Otto-von-Guericke-Straße ist stadtgestalterisch wünschenswert.“ Dennoch sei ein Verfahren erforderlich.

Einfacher als im Domviertel

Thomas Fischbeck, Vorstand der MWG, ist mit der Entwicklung dennoch zufrieden. Er hofft, im zweiten Halbjahr 2018 mit der Bebauung beginnen zu können, und sagt: „Die Gespräche im Baudezernat und mit den Städtischen Werken Magdeburg wegen der Erschließung verlaufen gut, wir spüren hier Unterstützung.“ Zumindest in Sachen Ver- und Entsorgung scheint sich die Situation in diesem Bereich der Altstadt deutlich einfacher darzustellen als im Domviertel, wo vor dem eigentlichen Baubeginn ja seit Monatsbeginn erhebliche Vorarbeiten in dieser Richtung laufen.

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Wohnanfragen bereits eingegangen

Ganz nebenbei habe es fast durchweg positive Resonanz der Magdeburger zu diesem tollen Projekt gegeben, und wöchentlich gehen bei der Genossenschaft Vermietungsanfragen zum Luisenturm ein, obwohl es dazu noch gar keine konkreten Angebote gibt. In ihrem Planentwurf weist die Verwaltung schon einmal darauf hin, dass das Plangebiet innerhalb eines archäologischen Flächendenkmals liegt und dass mit umfangreicher Substanz an archäologischen Funden zu rechnen sei. Vor Beginn der Tiefbauarbeiten können archäologische Grabungen erforderlich werden. Außerdem muss hier nach Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg gesucht werden.

61,5 Meter in die Höhe

Nachdem der Antrag zur Aufstellung des Bebauungsplans die Dienstberatung des Rathauses passiert hat, sind jetzt am 6. April der Bauausschuss und am 11. April der Umweltausschuss mit ihren Beratungen an der Reihe. Per Beschluss den Weg frei machen soll der Stadtrat am 20. April.

Der Luisenturm soll 61,5 Meter in die Höhe ragen. Er ist Herzstück des neuen Luisencarrés und soll über 19 Voll- und ein zurückgesetztes sogenanntes Staffelgeschoss verfügen. In dem Hochhaus und den benachbarten Gebäuden an der Kreuzung Erzbergerstraße/Virchowstraße sollen insgesamt 120 Wohnungen sowie rund 700 Quadratmeter Gewerbefläche für etwa 30 Millionen Euro entstehen. Das Gebäude wird die 16-Geschosser überragen, reicht aber nicht ganz an die 65 Meter des Hochhauses in der Jakob-straße heran.