Magdeburg l Das Buddy-Programm wird koordiniert vom International Office der Hochschule Magdeburg-Stendal. Die Projektleitung hat Sandra Goltz. Zum Team gehören drei studentische Mitarbeiterinnen. „Das Paten-Programm der Hochschule existiert bereits seit mehr als fünf Jahren. Es entstand im Fachbereich Soziale Arbeit, Gesundheit und Medien“, sagt Sandra Goltz, die im Jahr 2011 die Koordination des Programms übernommen hatte. „Mittlerweile zählt das Programm pro Semester über 130 Teilnehmer, also mehr als 65 Paare, die je aus einem internationalen Studenten und einem zugeteilten Buddy der Hochschule Magdeburg bestehen.“

Das Paten-Programm kooperiert mit der Otto-von-Guericke-Universität sowie mit regionalen und ehrenamtlichen Vereinen, die sich der Betreuung von internationalen Studierenden widmen. Jeder Student, der gerne Buddy werden möchte, entscheidet sich gleichzeitig dafür, sich ehrenamtlich zu engagieren. Der Buddy bekommt nicht nur die Chance, seine Sprachkenntnisse zu verbessern oder Kontakte und Freundschaften ins Ausland zu knüpfen, sondern auch kostenlos an vielen multikulturellen Veranstaltungen teilzunehmen und ein Weiterbildungsangebot zur Qualifizierung und Betreuung wahrzunehmen. „Auch Buddies müssen für ihre Tätigkeit ausgebildet werden“, betont Sandra Goltz. „Dazu zählt in erster Linie ein Workshop, in welchem ihnen die Werkzeuge in die Hand gegeben werden, die sie für eine optimale Betreuung eines internationalen Studierenden benötigen.

Sensibilisierung für fremde Kulturen

Neben interkulturellen Kompetenzen werden sie aber vor allem für den Umgang mit unterschiedlichen Kulturen sensibilisiert. Sandra Goltz macht dies an einem Beispiel deutlich: „Chinesische Studierende an einem heißen, sonnigen Tag im Sommer zu fragen, ob sie sich am Strand sonnen möchten und mit baden kommen, kann ziemlich schnell nach hinten losgehen! Es gibt Chinesen, die die Sonne regelrecht vermeiden und als schädlich für ihre Haut ansehen.“

Jeder qualifizierte Betreuer hat am Semesterende die Möglichkeit, eine zweisprachige Teilnahmebescheinigung für sein interkulturelles Ehrenamt zu erhalten. Die Bescheinigung kann sich unter anderem besonders für zukünftige Job- oder Stipendienbewerbungen im In- und Ausland als hilfreich erweisen.

Seit Anfang des Wintersemesters 2015 arbeitet das Buddyprogramm an einem Betreuungsangebot für Flüchtlinge der Hochschul-Initiative „Studium für Geflüchtete“. „Es ist klasse, dass sich in so kurzer Zeit so viele Hochschulstudierende unterschiedlichster Fachbereiche melden, um einen Beitrag zur derzeitigen Flüchtlingsthematik zu leisten und sich als Buddy für die Integration der Geflüchteten an der Hochschule engagieren.“ Sandra Goltz ist guter Dinge, dass das Buddy-Programm weiterhin ausgeweitet werden kann.

 

* Dieser Artikel entstand im Rahmen des Projektes Stadtteilzeitung „Neue Nachbarn“ der Lehrredaktion Print. Sie gehört zum Studiengang Journalismus an der Hochschule Magdeburg-Stendal und wird geleitet von Marc Rath.