Magdeburg l Wenn die Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB) 2019 die Hochwasserschäden auf der Rothenseer Strecke beheben, werden sechs Jahre vergangen sein, seitdem die Elbefluten die Gleise am August-Bebel-Damm unter- und überspült haben. Weil auch ein Trafohäuschen, die Wendeschleife und der Betriebshof Nord durch das Wasser schwer beschädigt wurden, ist der Fahrbetrieb von und nach Rothensee seit Juni 2013 nur eingeschränkt möglich. Alle 20 Minuten fährt eine Bahn von Neustadt in Richtung Barleber See – ein Ärgernis für viele Rothenseer.

Gutachten und Anträge

MVB-Sprecher Tim Stein erklärt auf Volksstimme-Nachfrage, warum es noch so lange dauern wird, bis die Strecke repariert werden kann. „Zunächst einmal sind wir in den vergangenen zwei Jahren nicht untätig gewesen“, betont er. Gutachten über die Schäden entlang der Strecke wurden erstellt und Fördermittelanträge eingereicht.

Im unteren zweistelligen Millionenbereich sollen die Kosten für den Abschnitt zwischen Grundschule Rothensee und Betriebshof Nord liegen. In einem Paket sollen drei Haltestellen barrierefrei angelegt, die Wendeschleife und das Trafohäuschen erneuert werden, erklärt Stein. Damit wäre auch die Stromversorgung wieder so hergestellt, dass ein 10-Minuten-Takt der Tram möglich wäre.

Europaweite Ausschreibung

Weil es sich um einen Komplettneubau der Strecke handelt, müssen zunächst ein langwieriges Planfeststellungsverfahren sowie anschließend europaweite Ausschreibungen der Bauleistungen durchgeführt werden. Der erste Schritt dafür wird derzeit vorbereitet. Nachdem die MVB die Fördermittel bewilligt bekommen hat, werden derzeit die Planungsleistungen ausgeschrieben.

Wenn ein Büro den Zuschlag bekommen hat, erstellt dieses mehrere Varianten für die neue Strecke. Dabei wird geschaut, ob die bisherige Gleisführung beibehalten wird oder sie noch optimiert werden kann, beschreibt Tim Stein. Diese Varianten werden dem Stadtrat vorgelegt und mit dessen Zustimmung für den MVB-Favoriten kann dann das Planfeststellungsverfahren beantragt werden, das mitunter Jahre dauern kann. „Die Zeitschiene sieht einen Baubeginn für 2019 vor“, erklärt der MVB-Sprecher, „durch die gesetzlichen Vorgaben ist das leider nicht anders machbar.“

Die Fördermittel für den hochwassersicheren Neubau des Betriebshofs sind noch nicht bewilligt. Der „größte Brocken“ der Flutschäden soll gut 46 Millionen Euro kosten.