Magdeburg l Wissenschaftler des Institut für Wasserwirtschaft und Ökotechnologie der Hochschule Magdeburg-Stendal um Prof. Dr. Bernd Ettmer lassen in den nächsten Tagen wieder ihre Drohne über der Alten Elbe fliegen. Hunderte Fotos werden von dem gut zehn Kilometer langen Stück geschossen und dann am Computer in ein 3-D-Modell verwandelt. Mit den gewonnenen Daten wollen die Wissenschaftler erkunden, wie das Sedimentverhalten in der Alten Elbe ist. Sprich, wie sich die Sandablagerungen entwickelt haben.

Denn das ist seit Jahren ein Problem, die Alte Elbe versandet immer mehr. Ein Ausbaggern wäre teuer und würde nach Angaben des Umweltministeriums auch nicht viel bringen im Hochwasserschutz. Im Unterhaltungsrahmenplan ist es auch nicht vorgesehen. Um den Abfluss zu verbessern, wurden dafür durch den Landesbetrieb für Hochwasserschutz umfantreiche Rodungen im Winter 2019/20 vorgenommen.

Inwieweit dies bereits Veränderungen gebracht haben könnte, könnten die neuen Messungen der Wissenschaftler zeigen. Ihnen ist es jetzt auch möglich, in einem neuen Verfahren den Bewuchs und dessen Höhen in der Alten Elbe mit darzustellen. Ein Knackpunkt für einen besseren Abfluss ist allerdings das starre Cracauer Wehr. Hier wünscht sich die Stadt schon seit langem, dass ein mobiles Wehr gebaut wird. Auf Beschluss des Stadtrates im vergangenen Jahr hat Oberbürgermeister Lutz Trümper deswegen im März 2019 erneut Kontakt zum Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur aufgenommen.

Brief ans Bundesministerium

Dort wies er darauf hin, welches Hindernis das alte Cracauer Wehr für die Elbe darstellt, wenn diese Hochwasser hat. Unter anderem schrieb er: „Ab einem bestimmten Pegelstand der Elbe wird dann das Cracauer Wehr überströmt, so dass bei Hochwasser und auch im Fall eines hohen Mittelwassers bereits erhebliche Mengen über die Alte Elbe abgeführt werden. Gleichwohl bleibt das Cracauer Wehr auch im Fall eines Hochwassers aufgrund seiner statischen Barrierewirkung ein Abflusshindernis, was den Abflussquerschnitt vermindert und dementsprechend oberstrom Hochwasserrisiken erhöht“.

Ihm sei bekannt, dass im Ministerium bereits überprüft werde, ob dieses Wehr zugunsten eines mobilen ersetzt werde. Trümper: „Ich möchte aus dem Blickwinkel der vom Hochwasser sehr stark betroffenen Landeshauptstadt Magdeburg unterstreichen, dass ein positives Ergebnis sehr im Interesse meiner Stadt ist.“ Er bat darum, ihn über das Verfahren „auf dem Laufenden zu halten und zur Ergebnisdiskussion hinzuzuziehen“. Eine Antwort aus dem Bundesministerium steht bislang aus.