Magdeburg (jho) l Der Dresdner Brautausstatter Uwe Herrmann, bekannt aus der Vox-Doku-Soap „Zwischen Tüll und Tränen“, setzt für die Präsentation einer neuen Maxi-Kollektion auf eine Magdeburgerin: Kurvenmodel Josefine Grude (27) stand unlängst bei dem TV-Star mit der flapsigen Mundart vor der Kamera. Die 1,74 Meter große Studentin der Immobilienwirtschaft sagt selbstbewusst von sich: „Ich genieße es, abgelichtet zu werden und habe das Körperfett an den richtigen Stellen.“ Für sie soll das Engagement bei Uwe Herrmann der nächste große Schritt in Richtung Modewelt sein.

„Bisher habe ich gelegentlich gemodelt, aber jetzt möchte ich mehr erreichen“, erklärt sie: „Die Ausschreibung von Uwe Herrmann kam perfekt.“ Er wolle mit der Maxi-Kollektion zeigen, „dass Braut- und Abendkleider auch bei Frauen mit etwas mehr Kurven wunderschön und sexy aussehen können“, berichtet Josefine. Eine Freundin hatte die Ausschreibung von Uwe Herrmann gesehen. „Sie sagte zu mir: ,Bewirb dich, die nehmen dich sofort‘“, erzählt die Magdeburger Studentin. Genau so war es.

Foto-Shooting in Dresden

Zwei Wochen später klingelte das Telefon. „Uwe Herrmann fragte, ob ich die Schmucke mit dem blauen Mantel sei, mit dem Foto hatte ich mich beworben.“ Eine Woche später fuhr sie nach Dresden. Zusammen mit drei weiteren Models stand Josi vor der Kamera. Jedoch nicht zum ersten Mal in einem Brautkleid.

Bilder

„Im September habe ich bei Holger Salmen, dem Macher der Magdeburger ,Modavision‘, das Model-Nachwuchs-Casting gewonnen. Meinen ersten großen Auftritt hatte ich zwei Wochen später in der Johanniskirche bei der ,Modavision Business Lounge‘. Dort trat ich auch als Braut vor die Zuschauer.“ Danach folgte der Auftritt bei der „Modavision“.

Modeln im Schloss

Kurz vor dem Shooting bei Uwe Herrmann zeigte sie sich bei einem weiteren Fotoshooting von ihrer besten und kurvigsten Seite: „Meine Freundin ist Hochzeitsplanerin und organisierte eigens für mich Aufnahmen in einem Schloss. Bei dem achtstündigen Shooting konnte ich mich sehr gut auf den Tag bei Uwe vorbereiten, denn modeln heißt ja nicht nur: hinstellen und lächeln.“

Es sei wichtig, den eigenen Körper zu kennen und ihn in Szene zu setzen. „Nicht nur Models, sondern auch Fotografen scheitern hier oft, weil eine Frau mit der Konfektionsgröße 32 ganz anders posiert als eine mit Größe 48. Eine kurvige Frau muss man ganz anders in Szene setzen“, erzählt das Magdeburger Model. Auch das Laufen in hohen Schuhen sowie das feste und sichere Stehen darin wollen geübt sein. „Das Wichtigste ist aber, dass man sich selbst wohlfühlt.“

Erfahrungen helfen beim Shooting

Diese Erfahrungen konnte die gelernte Immobilienkauffrau perfekt bei Uwe Herrmann umsetzen. „Wir alle hatten an dem Tag sehr viel Spaß. Für genug Trinken und Essen war gesorgt, nicht dass wir vom Fleisch fallen“, lacht das Nachwuchsmodel.

Josefine Grude hatte noch nie die von der Modewelt geschaffenen „Modelmaße“, sondern war kurvig, stilsicher und selbstbewusst. Die 27-Jährige hatte zum 1. Mal vor zwei Jahren gemerkt, dass das Modeln eine Leidenschaft von ihr werden könnte. Dank einiger prominenter Beispiele, vor allem aus den USA, habe sie den Entschluss gefasst, professionell zu modeln.

Modeindustrie muss nachziehen

Allerdings betont sie: „Ich möchte nicht für die Rechte der Frauen ab Größe 46 kämpfen und einstehen. Ich finde die Benachteiligung sehr dünner Frauen und Männer genauso schlimm wie die der Übergewichtigen. Letztendlich braucht doch aber jeder etwas zum Anziehen, jeder will gut aussehen und jeder will das Beste aus sich machen, egal ob mit Größe 34 oder 48.“ Die Modeindustrie müsse hier noch etwas nachziehen. „Aber ich denke, dass auch hier langsam erkannt wird, dass eben niemand ,Standard‘ ist“, sagt Magdeburgs neue Model-Hoffnung.