Magdeburg l Die flächendeckende Aufstellung von Abfallbehältern mit integrierten Hundekot-Beuteln in Magdeburg hat der Stadtrat Lothar Tietge von der Tierschutzpartei angeregt. Die Stadtverwaltung Magdeburg hat dieses Ansinnen geprüft und ihre ablehnende Haltung zum Thema jetzt im Ausschuss für Umwelt und Energie zur Diskussion gestellt.

Hintergrund: Hundebesitzer sind laut der Magdeburger Stadtordnung verpflichtet, beim Gassigehen stets dafür zu sorgen, dass die Hinterlassenschaften ihrer Haustiere nicht auf den Wegen und in den Grünanlagen liegen bleiben. Doch einige Hundebesitzer halten sich trotz der angedrohten Strafen nicht an diese Vorschrift.

Tütenspender in Magdeburg ein Problem

Für die Ablehnung der Stadtverwaltung Magdeburg nennt Holger Platz mehrere Gründe. „Zum einen werden viele derer, denen das Bild der Stadt und der Wunsch anderer Menschen nach einer sauberen Umgebung schon jetzt egal ist, sich kaum von kostenlosen Plastiktüten umstimmen lassen.“

Ohnehin müsste ja jeder, der Bello und Co. durch Magdeburg führt, beim Verlassen der Wohnung ebenso selbstverständlich wie zur Hundeleine zur Plastetüte für den Hundekot greifen. Holger Platz: „Man kann sich nämlich nicht immer darauf verlassen, dass an den Tütenspendern tatsächlich noch eine Tüte ist.“

Magdeburger nutzen Tüten für Brote

Dabei erinnert er an die Erfahrungen von verschiedenen Stellen in Magdeburg, an denen auf Initiative von Bürgern entsprechende Müllbehälter mit Tütenspender bereits aufgestellt sind. „Nur zu oft werden die Tüten aus den Boxen gestohlen und für alles Mögliche verwendet – nur eben nicht dazu, wozu sie zur Verfügung gestellt wurden.“

Offenbar würden die noch unbenutzten Tüten immer wieder mitgenommen, um in ihnen seine Butterbrote zu verpacken, so die Mutmaßung des Ordnungsbeigeordneten. Auch der Vorstoß vom Ausschussvorsitzenden Timo Gedlich (Bündnis 90/Die Grünen), zwar nicht flächendeckend, aber an besonders belasteten Stellen punktuell entsprechende Tütenspender aufzustellen, traf beim Ordnungsbeigeordneten auf keine Zustimmung.

Auch Stadtpark erhält keine Spender

Dabei hatte Andrea Nowotny (Die Linke) darauf hingewiesen, dass gerade im Stadtpark Magdeburg ein entsprechendes Angebot die Situation mit den Tretminen in Form von Hundekot entschärfen könnte. Holger Platz: „Auch dort gibt es die Möglichkeit, in einem mitgebrachten Tütchen den Kot der Tiere zum nächsten Papierkorb zu bringen.“

Insgesamt gibt es fast 1800 Papierkörbe in Magdeburg. Zudem gibt es in der Abfallberatung des Abfallwirtschaftsbetriebes geeignete Hundekot-Beutel.

Plastiktüten sind umweltbelastend

Ein Gegenargument ließ den Ausschussvorsitzenden Timo Gedlich auch von seinem Kompromissvorschlag abrücken, nur punktuell Spender aufzustellen. Wenn die Tüten einfach in die Landschaft geworfen werden, stellen sie eine große Belastung für die Umwelt dar, da sie über Jahrzehnte nicht verrotten.

Hintergrund des Vorstoßes von Tierschutzpartei-Stadtrat Lothar Tietge war übrigens nicht zuletzt ein Bericht in der Magdeburger Volksstimme: Unter der Überschrift „Magdeburger markieren Hundekot“ wurde darüber berichtet, welche Belastung die liegengelassenen Hundehaufen für viele Bewohner in Stadtfeld bedeuten. Tietge verweist als Positivbeispiel auf die Schweizer Metropole Zürich, wo es eben jene tütenbestückten Mülleimer flächendeckend gibt.

Die Stadträte im Umweltausschuss mochten dennoch eher der Argumentation der Verwaltung folgen und lehnten den Vorschlag von Lothar Tietge mit vier Stimmen bei einer Enthaltung ab.