Magdeburg l Dicht gedrängt stehen die Menschen am Abend des 12. November 2018 im Franckesaal im Alten Rathaus in Magdeburg. Auf großen Plakaten mit Zeichnungen und Grundrissen sowie einigen Erläuterungen sind hier Vorschläge zu sehen, wie die Ostseite des Magdeburger Universitätsplatzes bebaut werden könnte. An dem städtebaulichen Wettbewerb haben sich acht der zehn eingeladenen Architekturbüros beteiligt. Bauherr für den Bereich am Platz ist die Magdeburger Grundtec.

Noch bevor die Jury über die Vergabe der Preise entscheidet, dürfen die rund 170 Besucher einen Blick auf die Entwürfe werfen. Auf Formularen können sie notieren, was ihnen an den Vorschlägen gefällt, was nicht. Bei keinem der Entwürfe ist bekannt, von welchem Architekten sie stammen. Zu unterscheiden sind sie nur an anonymen Nummern. Ebenso anonym werfen die Besucher des Alten Rathauses, die sich die Ausstellung angeschaut haben, ihre Hinweise in eine Art Wahlurne.

Jury darf Entwürfe noch nicht sehen

Ähnlich streng wie bei Wahlen sind die Regeln: Alle Besucher mussten vor Beginn der Veranstaltung unterzeichnen, dass sie keine Details zu den Entwürfen nach außen tragen. Fotografieren ist ohnehin verboten. Und Mitglieder der Jury, in der neben Architekten die Grundtec als Bauherr und die Stadtverwaltung Magdeburg sitzen, dürfen den Raum nicht betreten.

Der Grund: Bis auf die schriftlich dargelegten Meinungen der Besucher soll das Ergebnis nicht von außen beeinflusst werden. Nur die auf den Formularen festgehaltenen Meinungen sollen in die Entscheidungsfindung einfließen.

Wohnungen, Gewerbe und Supermarkt

Mit den Beiträgen, die auf den Plakaten und in kleinen Modellen abgebildet sind, werden Vorschläge für das gesamte Gelände unterbreitet – nicht allein für den Bereich direkt am Universitätsplatz, der der Grundtec bereits gehört. Neben den Bauhüllen definieren die Entwürfe Bereiche für Wohnungen, aber auch für Gewerbe. Unter anderem soll hier ein Supermarkt einziehen.

In dem neuen Viertel soll zudem Platz für Büros sein. Eine Idee ist auch, Flächen zu schaffen, die durch die Universität Magdeburg genutzt werden. In den Entwürfen enthalten sind auch städtebauliche Dominanten – sprich jeweils ein Hochhaus –, die den beiden bereits am Platz vorhandenen Gebäuden ein Gegenüber schaffen sollen. Ob hier als Höhepunkt für Magdeburger und Besucher der Stadt wirklich einmal ein Großaquarium einzieht, ist an dieser Stelle noch kein herausragendes Thema.

Magdeburg will gesamtes Areal entwickeln

Bevor die Grundtec am Universitätsplatz zum Zug gekommen ist, hatten bereits andere potenzielle Investoren ihren Hut ins Rennen geworfen und Entwürfe anfertigen lassen. Allerdings hatte die Stadt Magdeburg nachträglich darauf bestanden, dass das gesamte Gelände betrachtet werden soll, was die Interessenten nicht in ihre Vorschläge einarbeiten wollten.

Für welchen Entwurf sich die Jury in ihrer nichtöffentlichen Sitzung am 13. November 2018 entschieden hat, soll in zwei Wochen bekanntgegeben werden.